Zur Diskussion um den Familiennachzug von Flüchtlingen (Politikteil):
Während der Koalitionssondierungen wurde immer wieder über die gebetsmühlenartigen Forderungen linker Parteien nach Familiennachzug von Flüchtlingen berichtet. Andernfalls könne die Integration insbesondere von jugendlichen, unbegleiteten Flüchtlingen nicht gelingen. Kirchenvertreter haben an Weihnachten in dasselbe Horn gestoßen. Man kann das Gejammere schon bald nicht mehr hören, zumal es letztlich auf Irrtum beruht und an der Realität vorbeigeht. Das Asylrecht ist ein individuelles Grundrecht, es gilt für „politisch verfolgte“ Einzelpersonen. In unserem Grundrecht steht nichts davon, dass ganze Familien kollektiv Asylrecht genießen. Die jugendlichen Flüchtlinge sind oft auch gerade deshalb aus ihren Heimatländern und Familien geflohen, um sich von diesen zu emanzipieren. Angesichts dessen wäre es kontraproduktiv, ihnen ältere Verwandte als Aufpasser hinterherzuschicken, von deren autoritären Erziehung und Bevormundung sie sich durch die Flucht ja gerade befreien wollten. Jugendliche Flüchtlinge können sich auch ohne Familie bei uns integrieren. Denn je älter sie werden, desto weniger orientieren sie sich an ihren Eltern und desto mehr an den Gleichaltrigen. Die ganze Diskussion um den Familiennachzug von jugendlichen Flüchtlingen geht also an der Lebenswirklichkeit vorbei und wird von den Ideologen linker Parteien nur dazu missbraucht, um ohne Rücksicht auf unsere nationalen Interessen möglichst viele Ausländer nach Deutschland zu holen.
Ulrich Kretschmar
Prien