Zur Berichterstattung über Entwicklungspolitik (Politikteil):
Wo wollen eigentlich die Politiker – nicht nur in Deutschland – das Flüchtlingsproblem lösen, wenn nicht in Afrika mit den „Afrikanern“? Das passt aber nicht zusammen mit der unerschöpflichen Gier nach Wachstum (der Regierung zusammen mit der Wirtschaft). Wir wollen ja an Afrika verdienen! Wir brauchen die Bodenschätze, Käufer für Billigmilch, Billigfleisch, Chemie und Waffen, die uns zum Schluss selber treffen, moralisch sowieso!? Wozu müssen in Afrika für die EU Rosen gezüchtet werden, anstatt dort der Landwirtschaft direkt mit Geld und Rat richtig zu helfen – aber ohne Bayer und Monsanto – damit die Menschen die eigenen Erzeugnisse für sich anbauen und vermarkten können und in ihrem schönen Land bleiben und eine Zukunft haben? Warum müssen wir die Welt mit Billigfleisch und Milchprodukten überschwemmen und dabei unsere eigenen Böden und die Luft schädigen, denn die Gülle und das Gift bleiben bei uns. Warum müssen wir unsere Böden versiegeln, um der Autoindustrie billige „Lagerflächen in Fußballfeldgröße“ übergeben anstatt sie für die Landwirtschaft zu nutzen? Sieht versiegelte Landschaft mit Autos schöner aus? Das Wasser kann ja mitsamt dem Dreck gleich ins Grundwasser abfließen oder Kanäle füllen. Warum fördern wir die Öko-Landwirtschaft nicht mit viel mehr Geld – es ist genug da – solange es noch Böden gibt? Aber die Zuständigen sind zu dumm, um endlich einzusehen, dass keine Zeit mehr verloren gehen darf! Industrie haben wir genug, Bauern nicht mehr. Es fehlen auch „gute“ Landwirtschaftsminister, die bekommen doch genug Geld. Wichtige Arbeit gibt es genug zum Wohl für Tier und Natur.
Ursula Jahnel
Feldkirchen-Westerham