Die Attraktion Waldbad bewahren

von Redaktion

Zu „Kommt Neubau gemeinsam mit Aschau?“ im Lokalteil:

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen mich nicht mehr zu kommunalpolitischen Themen der Stadt zu äußern. Die Behauptung der langjährige Stadträtin Susanne Engelmann in der Sitzung, frühere Amtsinhaber der Stadt hätten die Einrichtung durch Untätigkeit verkommen lassen, fordert aber einen Widerspruch heraus! Tatsache ist, dass die Zukunft des Waldbades immer Thema in den zuständigen Gremien des Stadtrates und der Stadtwerke war. Neue Erkenntnisse und Überlegungen sind bei der Entscheidung deshalb völlig in Ordnung, wenn die Bewertung objektiv erfolgt. Schon aus Kostengründen wurde die Vorplanung für einen Neubau bereits vor meiner Amtszeit auf Eis gelegt und es bestand Übereinstimmung in den zuständigen Gremien, im Rahmen des bestehenden Bestandsschutzes die Betriebssicherheit des Waldbades am umstrittenen Standort weiterzuführen. Zumindest in meiner Amtszeit konnte diese Vorgabe immer eingehalten werden. Der Badebetrieb war immer gewährleistet und es wurden jährlich beträchtliche Sanierungsanstrengungen von den Stadtwerken unternommen. Warum der Kostenanteil dieser Erhaltungsmaßnahmen, die künftig bei einer Generalsanierung nicht mehr anfallen dürften, in der Bewertung des jährlichen Defizits und auch als Kriterium in einer Entscheidungsfindung offensichtlich keine Rolle spielten, wundert bei der geballten betriebswirtschaftlichen Kenntnis in den neuen Gremien. Zusammen mit den jetzt neuerdings aufgetretenen Hygieneproblemen entsteht damit ein Spielraum für Spekulationen. Auch wenn sicher Handlungsbedarf in Teilbereichen besteht, so ist meiner Überzeugung nach das Waldbad erhaltenswert und keine Ruine. Es besteht also noch erheblicher Klärungs-und Diskussionsbedarf, aber ohne falsche Schuldzuweisung!

Siegfried Klika

Altbürgermeister Waldkraiburg

Im Grunde würde ich die Vollsanierung befürworten, da dieses Bad mit seinen vielen Attraktionen konkurrenzlos ist und im Sommer viele Auswärtige anzieht. Da dies aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht machbar ist, befürworte ich die Teilsanierung mit Teilabriss des Waldbades. Das Waldbad hat eine zentrale Lage. Viele Waldkraiburger und auch Bürger aus den anliegenden Gemeinden können sich mit ihrem Waldbad identifizieren. Wenn es generalsaniert wird, ist die Lebensdauer mit einem Neubau gleichzusetzen. Die Belastung wäre auf mehrere Jahre verteilt. Die Betriebskosten würden auch bei einer Sanierung sinken. Die Kostenaufstellung des Neubaus wirft zu viele ungeklärte Fragen auf. Wird das Grundstück wirklich 2,5 Millionen Euro bringen? Was, wenn dort Altlasten zu entsorgen wären? Eine Ausgleichsfläche für den Wald muss erworben werden. Die Zufahrt zum neuen Bad, sei es eine Unterführung oder wie auch immer, ist nicht wirklich geklärt und mit einer Million Euro angegeben. Es wäre für Schulen schlecht zu erreichen, da immer ein Bus organisiert werden müsste. In der Sitzung wurde von einem Schwimmbad mit 50-Meter-Sportbecken, Kinderbecken mit Strömungskanal, einer Rutsche und einem Sprungturm gesprochen. In der Zeitung las ich, dass das Kinderbecken eventuell als Naturbad angelegt werden soll. Ist dies sinnvoll? Dann würde der Strömungskanal wegfallen, eine Attraktion weniger. Meine Befürchtungen sind, dass sich die Waldkraiburger mit diesem neuen Schwimmbad nicht identifizieren können. Die Kosten werden explodieren und zum Schluss steht entweder kein Schwimmbad oder nur ein 50-Meter-Becken zur Verfügung an einer Stelle, die schlecht zu erreichen, weder windgeschützt noch schattig ist. Das Waldbad ist eine der wenigen Attraktionen, die wir haben – lassen wir sie nicht sterben!

Petra Hoffmann

Waldkraiburg

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