Selbstgerechte Kritik an Landwirtschaft

von Redaktion

Zu „Kritik an Umweltaktivisten ist ungerechtfertigt“ (Leserbriefe):

Es ist erschreckend zu beobachten, wie ein ganzer Berufsstand mit Dreck beworfen wird. Da muss man teilweise schon von Hass gegenüber der konventionellen Landwirtschaft reden. Ein heutiger Gutmensch, der die grüne Wohlstandspartei wählt, im Bio-Laden am besten Fair-Trade einkauft – vegan wäre der Ritterschlag – steht natürlich guten Gewissens über den Dingen. Meinungsfreiheit ist ihnen wichtig, so lange man sich an ihre Ideale hält. Da kann man ruhig mal öfter in den Urlaub fliegen (jährlich werden rund 200 Tonnen Kerosin alleine über Bayern abgelassen), mit dem Auto schnell mal übers Wochenende zum Skitrip fahren und so manch andere Annehmlichkeit mitnehmen. Gärten, Rasen und Sportplätze werden überdüngt. Mir persönlich ist es egal, was die Leute in ihrer Freizeit machen, aber jeder, der den Zeigefinger erhebt, sollte sich überlegen, ob er nicht auch seinen Teil zur Umweltbelastung beiträgt. Zum Tierschutz wäre zu sagen, auch nicht jedes Haustier wird mit seiner Situation zufrieden sein. Nur Landwirte als Sündenböcke abzustrafen, ist bequem und feig. Ganz klar gibt der Verbraucher den Weg vor, aber nicht jeder (Altersarmut, Geringverdiener) kann sich teure Lebensmittel leisten. Aufgrund medialer Anfeindungen und unpraktikabler Vorgaben aus der Politik werde ich immer mehr zum Landwirt mit Leib ja – mit Seele immer weniger.

Michael Schwenk

Schwindegg

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