Krippe für Flossing: Zurück zu sachlicher Diskussion

von Redaktion

Zum Bericht „Bürgerentscheid samt Ratsbegehren“ (Lokalteil):

Nachdem ich bis 2014 dem Gemeinderat Polling angehört habe, möchte ich mich zu dem Thema Kinderkrippe äußern. Bereits 2012 hat der Gemeinderat den Neubau einer Kinderkrippe geprüft. Damals wurde ein Neubau abgelehnt, da der Bedarf zu gering war und die damit verbundenen Kosten unverhältnismäßig hoch erschienen. Die wenigen Kinder, die einen Platz in einer Krippe benötigen, wurden auswärts untergebracht. Nachdem in anderen Gemeinden meist keine freien Plätze mehr zur Verfügung stehen, wurde der Neubau einer Krippe wieder in Betracht gezogen. Da die Hausmeisterwohnung in der Flossinger Schule seit Kurzem leer steht, ergibt sich nun die Möglichkeit, dort die Kinder unterzubringen. Die Umbaukosten hierfür wären bei 350000 Euro, wobei diese mit mindestens 80 Prozent gefördert werden. Im Gegensatz dazu liegen die Kosten für einen Neubau bei rund 750000 Euro, wogegen dieser nur mit maximal 60 Prozent bezuschusst wird. Somit bedeutet das für die Gemeinde einen Mehraufwand von rund 230000 Euro – Geld, das sich die Gemeinde eigentlich aufgrund der sowieso schon angespannten Haushaltslage nicht leisten kann. Ausgehend von einem aktuellen Bedarf von drei Kindern stellt sich die Frage, ob diese Mehrausgaben gerechtfertigt sind. Zu meiner Zeit im Gemeinderat haben wir immer versucht, Schulden abzubauen. Da der Umbau von der Mehrheit der Nicht-Flossinger Gemeinderäte abgelehnt wurde, entsteht der Eindruck „die Krippe soll nicht nach Flossing – koste es was es wolle“ – vermutlich auch für Unparteiische nachvollziehbar. Eine gewisse Gleichberechtigung sollte in einem Gemeindeverbund stets erhalten bleiben, da sonst Unmut in den benachteiligten Gemeindeteilen entstehen kann. Es ist schade, dass die Diskussion meist nicht sachlich geführt wird, sondern höchst emotional. Man sollte versuchen, sich wieder auf die Sache zu konzentrieren und zum Wohl der Gemeinde entscheiden.

Christine Mangstl

Polling

Gegen die Steuergeldverschwendung soll auf Antrag einer Flossinger Initiative ein Zeichen gesetzt werden. Dazu soll in einem völlig ungeeigneten alten Schulhaus – weit weg vom Kindergarten und einer möglichen Mittagsbetreuung – eine Kinderkrippe eingebaut werden. Dass man mit der Aktion wirklich Steuern sparen kann, ist schwerlich vorstellbar. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sprechen von 300000 Euro. Was sie dabei verschweigen: Der Betrag berücksichtigt nicht den Zuschuss von mindestens 60 Prozent. Wir Pollinger sollen also auch noch die übergeordneten Haushalte sanieren.Die Kinderkrippe im Schulhaus entspricht auch nur den Minimalanforderungen. Eine attraktive Kinderkrippe sieht anders aus, aber wir wollen ja Steuern sparen. Die Kinderkrippe muss auch von den Eltern angenommen werden. Ob dies im alten Schulhaus passiert, bleibt abzuwarten. Aber wir können ja auch weiterhin jährlich 135000 Euro an die umliegenden Gemeinden für die Betreuung unserer Kinder überweisen. Angeblich bestünde in der Gemeinde Polling nur ein Bedarf von drei Krippenplätzen. Wir Pollinger lassen unsere Kinder zum Wohle der öffentlichen Haushalte zu Hause – hoffentlich wissen dies alles unsere Kinder zu schätzen. Nur eine attraktive Kinderkrippe macht die Gemeinde interessant für junge Familien. Nur wenn ausreichend viele junge Familien kommen oder bleiben, werden auch die Dörfer lebendig bleiben, aber wir wollen ja Steuern sparen. Bleibt zu hoffen, dass die Bürger erkennen, dass eine attraktive Kinderkrippe in der Nähe der bereits bestehenden Einrichtungen (Kindergarten und Mittagsbetreuung) die zielführendste Maßnahme ist, um die Zahl der jährlichen Geburten (2017) von 14 im Gemeindebereich Polling wieder auf das Niveau früherer Jahre zu bringen. Nur eine ausreichende Anzahl von Kindern sichert das Fortbestehen der eigenständigen Grundschule und lebenswerter Dorfstrukturen.

Johann Schranner

Polling

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