Schwierige Entscheidung zum Waldbad

von Redaktion

Zum Bericht „Ein Novum in der Stadtgeschichte“ (Lokalteil):

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es hier einigen Kommunalpolitikern nur darum geht, gegen die andere Partei zu mobilisieren und sich zu profilieren. Mir persönlich ist es egal, ob das Bad saniert oder neugebaut wird. Wichtiger ist mir, dass endlich eine Entscheidung getroffen wird und dann auch Taten folgen. Die Politiker, die jetzt aber am lautesten für den Erhalt des Waldbades rufen, sind genau die Personen, die es jahrelang aus verantwortlicher Position heraus versäumt haben, die notwendigen Sanierungen in die Wege zu leiten. In Waldkraiburg gibt es seit mehr als zehn Jahren immer die gleichen Themen, um die gestritten wird (Waldbad, Rathaus, Schulen, Straßen, alter Bahnhof) und über die Projekte gießkannenmäßig das wenige Geld jährlich vertröpfelt wird. Regelmäßig werden neue Gutachten und Machbarkeitsstudien gemacht, die zusätzlich unsere Finanzen belasten und am Ende kommt nichts dabei heraus. Wie oft haben wir schon gehört, dass die Sanierung des Rathauses nicht mehr aufgeschoben werden kann und trotzdem gab es nie mehr als ein paar neue Baumstämme. Ich würde mir von unserem Stadtrat wünschen, endlich auf das Parteiengeklüngel zu verzichten und eine Entscheidung zu treffen, in welcher wichtigen Reihenfolge die Probleme angegangen werden müssen, um dann endlich ein Projekt ernsthaft anzugehen und es vernünftig zu lösen. Und das bitte so, dass es uns nicht in zwei bis drei Jahren wieder auf die Füße fällt. Im Anschluss das nächste Projekt angehen. Also bitte entscheidet schnell, ob Sanierung (dann aber bitte nicht in Etappen) oder Neubau des Waldbades und packt es dann auch schnell und gemeinsam an. Jeder weiß doch, dass eine Bauverzögerung, egal welcher Art, jährliche Baukostenerhöhungen von sechs bis acht Prozent nach sich ziehen.

Hartmuth Lang

Waldkraiburg

Nach der Vorstellung der drei Lösungsvarianten und der Stadtratssitzung ist die „beste Lösung“ für mich nicht erkennbar. Die dargestellten Gesamtkosten der einzelnen Varianten können nur zu einer vergleichbaren und beurteilenden Bewertung taugen, wenn die einzelnen Millionenbeträge detailliert aufgeschlüsselt werden. Diese transparente Kostenaufstellung wird aber Stadträten und Bürgern erfolgreich verweigert. Trotz einleuchtender Einwände, die die Richtigkeit der dargestellten Kostenaufstellungen teils gravierend in Zweifel ziehen, wird darüber hinweggegangen, als wenn es keine Einwände gäbe. Unverständlich ist, dass Investitionsentscheidungen in zweistelliger Millionenhöhe auf Basis von undurchsichtigem und unkommentiertem Zahlenmaterial getroffen werden, und diese Zahlen als Entscheidungsgrundlage von den meisten Entscheidern kritiklos hingenommen werden. Liebe Verantwortliche, sorgen Sie für eine transparente Darstellung der Kosten, klären Sie Stadträte und Bürger auf und wenn Sie die Bürger wirklich mitnehmen wollen, unterstützen Sie ein Bürgerbegehren. Dann können Sie aufzeigen, dass nicht getrickst und nichts verheimlicht wird. Die Aussage: „Wenn wir nicht neu bauen, müssen wir das Waldbad schließen“ und was damit wirklich ausgesagt wird, sollte nochmals reiflich überlegt werden.

Christian Josifescu

Waldkraiburg

Mich treibt es einfach um, dass das Waldbad wegkommen soll. Ich muss einfach Frau Böhm zustimmen, dass Waldkraiburg eine Sportstadt ist und das Waldbad gehört einfach dazu. Wie soll das werden, wenn das neue Bad kommt? Ich finde es gar nicht gut, dass das Bad verkleinert werden soll. Meine Frage ist: Ich habe keinen Führerschein und besitze auch kein Fahrrad. Wie soll ich bitte ins Bad kommen? Es wird auf uns Senioren keine Rücksicht genommen. Zum Waldbad bin ich immer zu Fuß gelaufen. Mein Herz schlägt für das Waldbad und zwar mit allem Drum und Dran. Ich spreche nicht nur für mich, sondern auch für andere Senioren, die in der selben Lage sind.

Karin Bösner

Waldkraiburg

Ein positives Signal, wie man lokal gegen den Flächenfraß vorgehen kann. Ich wünschen den Initiatoren viel Glück, dass die mündigen Leute in Waldkraiburg dafür stimmen. Lieber erhalten als hernach jammern, dass der Neubau so viel kostet.

Johannes Niedermeier

Niedertaufkirchen

Es stimmt, was Karin Böhm in ihrem Leserbrief zur Erlebnisstadt Waldkraiburg schreibt. Aber Waldkraiburg war schon in den 90er-Jahren auf gutem Weg, eine starke Einkaufsstadt zu werden. Auch hier boomte der Einzelhandel. Doch dann vervielfachte Mühldorf innerhalb weniger Jahre seine Verkaufsflächen vor allem mit großen Kundenmagneten. Was Waldkraiburg bis heute fehlt, ist Selbstbewusstsein und Mut nach vorne. Trotz Sparsamkeit sind die Waldkraiburger auch bereit, in Qualität zu investieren. Genau da wäre der Ansatz für ein vernünftiges Einzelhandelsangebot, besonders weil man in Mühldorf auf den Massenkonsum setzt. Die Bedarfsliste für ein gutes Einzelhandelsangebot in Waldkraiburg sehe ich wie eine ungemähte Wiese. Doch müssen dafür auch vernünftige Infrastrukturen geschaffen werden. Durch den Abriss den Rathauses wäre der Weg frei, um eine echte City mit einem modernen Einkaufszentrum samt großzügiger Parkplätze zu schaffen. Es darf auch keine Zweifel daran geben, dass das Waldbad als Visitenkarte in Waldkraiburg bleiben muss. Warum plant man nicht auch mal über den Tellerrand hinaus wie zu Zeiten, als das Waldbad entstand, ein Haus der Kultur, des Buches? Die Kletterhalle ist ein positives Beispiel der jüngsten Zeit. Wie wäre es mit einer Schwebebahn, die Bahnhof, Schulen, Sportstätten und City verbindet? Die könnte in Etappen realisiert werden. Ein solches Projekt würde Waldkraiburg bekannt machen und hätte einen absoluten Mehrwert für die eigenen Bewohner. Dann gäbe es da noch das leidige Thema Tierheim. Warum dauernd negative Schlagzeilen in die Welt bringen, wenn doch ein großzügiges Tierheim auch ein Vorzeigebeispiel werden könnte. Die Waldkraiburger haben mehr Herz und Heimatliebe von Außen als man vermutet und sie würden so eine Entwicklung mit Stolz und Konsum in der eigenen Stadt unterstützen.

Oswald Fritsch

Mühldorf

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