Viele Fragen sind noch offen

von Redaktion

Zur Debatte um die Zukunft des Waldbades (Lokalteil):

Die Zukunft des Waldbades beschäftigt einen beträchtlichen Teil der Waldkraiburger Bürger. Im Stadtrat gibt es dazu zwei Grup-pen zu je 15 Stimmen: pro Neubau zwölf plus drei, contra elf plus eins plus drei: Patt. Der Bürgermeister votiert für pro! Damit ist beschlossen, die Neubaupläne weiter zu verfolgen, nicht aber die endgültige Maßnahme. Wer’s glaubt! Die beiden Stimmblöcke im Stadtrat haben bessere Informationen als die Bürger, die auf Zeitung und das Flugblatt des Bürgermeisters angewiesen sind. Das sind nur vier Zahlen. Die Vollsanierung soll 9,4 Millionen Euro kosten, der Neubau ist mit 10,5 Millionen Euro noch eine Million teurer. Vollsanierung heißt „wie neu“, Neubau ebenfalls. Wie kann es dann sein, dass das zu erwartende Betriebsdefizit bei der Sanierung doppelt so hoch ist wie beim Neubau? Fragen über Fragen. Lage und Ausstattung des Waldbades sind wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Stadt. Man sollte es nicht spielerisch aufgeben. Die Referenzliste des Architekten Krautloher weist vor allem Neubauten aus. Hat er auch genügend Erfahrung mit Sanierungen? Baulichkeiten sind langfristige Investitionsgüter, die Rücklagen erfordern, um sie in gebrauchsfähigem und den Vorschriften genügendem Zustand zu erhalten. Das gilt für Eigenheime, für öffentliche Bauten und Geschossbauten. So sind etwa viele Einfamilienhäuser in Waldkraiburg zur gleichen Zeit wie das Waldbad entstanden, jedoch noch lange nicht von der Abrissbirne bedroht. Sie werden auch für folgende Generationen nutzbar sein. Bürger haben nicht das Geld, alle 47 Jahre ein neues Haus zu bauen! Und wenn man der stetigen Berichterstattung der Zeitung folgt, die Stadt erst recht nicht. Die Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg hat heuer wie in zurückliegenden Jahren viele ihrer Gebäude grundlegend saniert. Dort wird wohl nachhaltiger gewirtschaftet.

Dr. Jörg Kern

Waldkraiburg

Artikel 1 von 11