Skepsis gegenüber Islamunterricht

von Redaktion

Zum Bericht „Islamunterricht beugt Radikalisierung vor“ (Bayernteil):

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sieht den staatlichen Islamunterricht als Weg zu gelungener Integration. Dem ist grundsätzlich zuzustimmen. Einige ihrer Einschätzungen geben mir aber zu Zweifeln Anlass. Positiv sind Frau Fleischmanns Aussagen zum Lehrplan, der keine von einer islamisch-politischen Strömung formulierten Ziele und Inhalte vorgeben dürfe. Was heißt aber in diesem Zusammenhang „moderat“? Begrüßenswert ist es, die Beeinflussung durch den Verband Ditib zu vermeiden, der als verlängerter Arm von Präsident Erdogan gilt. Ditib-nahe Eltern würden die islamkundliche Schulbuchreihe „Saphir“ ablehnen. Es genügt meiner Meinung nach nicht, sich mit dieser Entscheidung abzufinden und sich allein den Integrationswilligen zu widmen. Für die Verweigerer müsste schulorganisatorisch der Ethikunterricht greifen. Im Ethikunterricht sind Weltreligionen, wenn auch in verkürzter Form, als Lerninhalt vorgesehen. Frau Fleischmanns Idee, Studiengänge für geflüchtete Lehrer einzurichten, da diese „Identifikationsfiguren“ für muslimische Kinder sein können, lässt für mich Fragen offen. Werden diese zum Beispiel aus einer traditionell sunnitsch oder schiitischen Kulturtradition stammenden Lehrer alle einen „moderaten“ Lehrplan im Unterricht bei ihren Schülern wirklich umsetzen? An der erhofften Vorbeugung gegen islamische Radikalisierung hege ich Zweifel. Der Sozialwissenschaftler und Islamologe Professor Bassam Tibi, ein moderater Muslim im aufgeklärten Sinn, formulierte schon vor Jahren seine Vision eines europakonformen „Euroislam“ und die politisch gesellschaftliche Integration in eine europäische „Leitkultur“. 2016 urteilte er jedoch resignierend: „Heute gebe ich mich geschlagen. Den Euroislam wird es nicht geben.“ Der politisch ideologische Islam der Herkunftsländer habe gesiegt, „mit Unterstützung des deutschen Staates.“.

Peter Müller

Waldkraiburg

Ich möchte die Redaktion um Georg Anastasiadis sehr herzlich für diesen Artikel danken. Die Gestaltung der Fragen aber auch besonders die Antworten der BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann haben mich sehr beeindruckt und mir gefallen. So stelle ich mir Integration in Bayern und Deutschland vor. Unser Land fällt nicht in Armut, wenn für diese soziale Verantwortung Geld in die Hand genommen wird, sondern es kann nur gewinnen. Die Bildungspolitik muss auf alle Kinder in unserem Land zugehen und sie als gleichwertige Menschen in eine positive Zukunft führen. Eine gute Bildung ist Garant für Wohlstand und friedliches Zusammenleben. Dabei haben Obergrenze und unsere christlich abendländische Leitkultur genauso Platz wie Religionsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Asylbewerber müssen sich aber unseren Gesetzen unterordnen und verwirken durch Verweigerung und straffälliges Verhalten unsere Gastfreundschaft. Unsere Jugend ist mit Lehrern wie Frau Fleischmann in guten Händen.

August Neureuther

Beyharting

Hier präsentiert sich eine zweifellos kompetente Frau, die sich ihren Aufgaben stellt. Ein neues, mächtiges Thema, das vor wenigen Jahren für die Lehrerschaft oder die Lernziele noch kaum eine Rolle spielte, hat sich mit der massiven Zuwanderung von Muslimen in den Vordergrund geschoben. Darauf hat unser Schulbetrieb beileibe nicht gewartet, eher herrschte bisher vielerorts ein durch die Politik verschuldeter genereller Mangel vor. Frau Fleischmann spricht ja selbst davon, „endlich zwei Lehrer pro Klasse zu haben“. Nun sollen die knappen Kapazitäten auch noch deutschen Islam-Unterricht anbieten. Sicher kann man sich positive Effekte aus dem vermittelten Wissen über die eigene Religion vorstellen, aber was soll man davon halten, wenn sich bezeichnenderweise nicht alle Eltern in der hier lebenden muslimischen Gesellschaft dafür begeistern lassen? Wer glaubt, mit Schulunterricht die Unterrichtung des Nachwuchses in Moscheen zurückdrängen zu können, unterschätzt den Einfluss der Familien und wird sich bald eines Besseren belehren lassen müssen. Und wenn es heißt „Islamunterricht beugt Radikalisierung vor“ zeigt das auf, wie erschreckend weit wir durch die bisherige, nur noch als naiv zu bezeichnende Einwanderungspolitik der Regierung gekommen sind.

Norbert Vogel

Schechen

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