Zu den Berichten „Hoffnung auf Streuobst zerstreut“ und „Beim Streuobst: Landräte sehen überhaupt keinen Dissens“ (Regionalteil):
Wir von der Streuobstinitiative Chiemgau (SIC) begrüßen es sehr, dass beide Landkreise Rosenheim und Traunstein und weitere öffentliche Institutionen die Biozertifizierung von Streuobst befürworten. Das haben wir in den fünf Jahren Entwicklungszeit nicht immer so wahrgenommen. Es brauchte Durchhaltewillen seitens der SIC, das Projekt so zu gestalten, dass Leader, die vier Leader-Aktionsgruppen, die Keltereien, die Zertifizierungsstelle, die Landwirte und die Landkreise dem zustimmen konnten. Letztendlich ausschlaggebend waren die Keltereien, die ein finanzielles Konstrukt anboten, mit dem sich das Projekt selbst tragen konnte. Die Keltereien zeigten damit, wie wichtig ihnen Bioobst aus der Region ist. Damit war Streuobst nicht mehr nur ein ideelles Objekt der Ökologie, sondern auch ein Objekt der heimischen Wirtschaft. Das hat uns/mir die Kraft gegeben, weiterzumachen. Einige Ergänzungen zu den Veröffentlichungen: Das Projekt wurde von der SIC, Leader und der ORO entwickelt. Das beantragte Projekt bezieht sich ausschließlich auf eine fünfjährige Startphase, anschließend hätte es sich selbst finanziert und nach dem arbeitsaufwendigen Start hätte die Arbeitszeit reduziert werden können. Die jetzt angestrebte Trägerschaft durch die Landschaftspflegeverbände bedeutet dagegen eine dauerhafte Förderung durch die öffentliche Hand und die 50-prozentige Leader-Förderung entfällt. Die Position der Keltereien muss neu definiert werden. Zugegeben, in den fünf Jahren Startphase hätten viele Landwirte mit ihren Obstbäumen gewonnen werden müssen, damit sich das Projekt selbst trägt, sicherlich ein ehrgeiziges Ziel. Aber wäre das nicht genau das Richtige? Denn Streuobst geht jetzt verloren, dem Streuobst muss jetzt massiv geholfen werden, nicht langsam und vielleicht irgendwann.
Sepp Stein
2. SIC-Vorsitzender
, Hirnsberg