Die Wahl zwischen Kohlendioxid und Stickoxiden

von Redaktion

Zu „Fahrverbote-Urteil: Genau hinsehen“ (Kommentar) und zu „Keine Angst vor dem Diesel“ (Kolumne im Politikteil):

Am Schluss seines Beitrags verkündet Martin Prem die Erkenntnis, der Stickoxid-Grenzwert wäre eine „offensichtliche Fehlinterpretation“ wissenschaftlicher Ergebnisse. Mag sein. Angesichts der drohenden Konsequenzen wäre es allerdings nun dringend geboten, das Verwirrspiel zu beenden und die Öffentlichkeit endlich mit der vollen Wahrheit zu konfrontieren. Die einen wiegeln auf, die anderen ab. Was weiß Martin Prem, was wir alle nicht wissen?

Norbert Vogel

Schechen

Ihre heutige Samstagskolumne „Keine Angst vor dem Diesel“ hat mich überrascht und enttäuscht. Sie übersehen einiges, was ein an diesem Thema interessierter Normalbürger längst wissen kann. Im ersten Abschnitt stellen Sie fest, dass bei Ihrem älteren Dieselfahrzeug nie die Rede von Stickoxid war, dass es jedoch erheblich mehr Kohlendioxid ausstieß. Dies passt genau mit dem Inhalt ihres letzten Abschnitts zusammen: „Ingenieure haben unsere Autos (…) umweltschonender gemacht.“ Das Ziel „weniger CO2“ hängt mit der Effizienz zusammen, und diese steigt mit einer höheren Verbrennungstemperatur. Und dadurch steigt zwangsweise der Stickoxid-Gehalt. Dieses Naturgesetz können auch tüchtige Ingenieure nicht ändern (daher muss wieder eine zusätzliche kleine chemische Fabrik zur Abgasbehandlung eingebaut werden). Bei Ihrem Hinweis auf „Klinische Tests“ (bei denen 2000 Mikrogramm/Kubikmeter keine Nachteile auf Lungen oder Augen von „Probanden“ ergeben hätten) soll der Leser offensichtlich nicht darauf kommen, dass diese Probanden Ratten waren. Zum Grenzwert an besonderen Arbeitsplätzen braucht man nur die sehr gute Erläuterung des Umweltbundesamtes zu lesen. Abschließend sei noch zu bemerken, dass es noch Leute geben soll, die in der Großstadt nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen müssen. Und diese sollen mehrfach am Tag die Fenster öffnen um „frische Luft“ hereinzulassen? Weder die Abluft des Elektroschweißers von nebenan (950 Mikrogramm) noch die Luft an einer verkehrsreichen Straße (78 Mikrogramm) ist frisch. Wo soll da die „frische Luft“ herkommen?

Dr. Bernhard Liesenkötter

Rosenheim

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