Zum Bericht „Sorge vor weltweitem Handelskrieg“ (Wirtschaftsteil) und weiteren Berichten zu Trump-Plänen für Strafzölle:
US-Präsident Donald Trump droht mit weiteren Zöllen auf Importe? Soll er doch. Und die EU sollte schleunigst ein Handelsabkommen mit Russland und China schließen. Nur ein Blick auf eine Landkarte genügt, und man sieht, die USA würden in kürzester Zeit zum Hinterhof der Weltwirtschaft verkommen.
Harald Lohner
Töging am Inn
Sie versprachen uns mehr Arbeitsplätze, mehr Handel, mehr Wettbewerb, mehr Wachstum – die Geheimverhandler der EU und der USA. Hinter verschlossenen Türen und unter Ausschluss von Politik und der kritischen Zivilgesellschaft sollte das Freihandelsabkommen TTIP ausgedealt werden. Als bekannt wurde, was da in Hinterzimmern verhandelt wurde, gab es Protest. Hunderttausende gingen deutschlandweit mehrmals auf die Straße. Ohne Erfolg. Dann kam Trump und TTIP war Geschichte. Eigentlich müssten die TTIP-Gegner den US-Präsidenten feiern. Tun sie aber nicht. Dabei macht Trump volkswirtschaftlich betrachtet vieles richtig. Die USA haben gegenüber fast allen Ländern ein Außenhandelsdefizit. Zölle sind eine Maßnahme, um das wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Schutzzölle für Solarmodule (65 Prozent) und Billigstahl (91 Prozent) hat übrigens seinerzeit die deutsche Regierung eingeführt um diese Wirtschaftszweige vor den Chinesen zu schützen. Ausgeglichene Handelsbilanzen sollten das oberste Ziel aller Länder sein. Sie stünden für einen fairen Handel mit den Partnerländern, da man diese nicht mit der eigenen Stärke an die Wand drückt. Dafür bräuchte es die Welthandelsorganisation (WTO), die leider einer anderen Agenda folgt. Erfreulich ist, dass die EU-Bürokraten das erkannt und im Stabilitäts- und Wachstumspakt geregelt haben. Doch nur angewandte Regeln sind gute Regeln. Für den Exportweltmeister Deutschland gelten die nicht. Apropos Regeln: Ich hätte nichts dagegen, wenn Apple, Microsoft und Google in Europa mal ordentlich besteuert würden. Davon hält unser Finanzminister Söder bekanntlich nichts. Sollte es wirklich zu einem Handelskrieg kommen? Ich brauche weder eine Harley noch Whiskey.
Rainer Forster
Kirchberg