Zu „Enttäuschender Brenner-Gipfel“ (Leserbrief):
Ich kann die Verärgerung des Hern Bichler aus Oberaudorf sehr gut nachvollziehen. Ob man das aber alles der CSU bzw. Innenminister Herrmann in die Schuhe schieben kann, zweifle ich stark an. Da gibt es im Inntal genügend Gemeinden mit ihren Bürgermeistern und Initiativen, die dieses Ansinnen, die Inntaler noch mehr zu belasten, stark unterstützen, ja sogar fordern. Speziell die, die heute von der Bahntrasse nicht betroffen sind. Diese fordern vehement, dass die vorhandene Trasse viel exzessiver ausgenützt werden soll – zu Lasten der jetzt schon belasteten Bürger in den betroffenen Gemeinden. Da fragt keiner, ob das deren Häusern und Gesundheit gut tut, die ja heute bereits direkt angrenzen. Da werden die Leute mit Horrorszenarien in entsprechenden Versammlungen mit Baustellendarstellungen à la Stuttgarter Autobahn in ihren Gärten, aufgehetzt. Damit sie ja keiner verträglichen Trassenführung auf ihrem Gemeindegebiet zustimmen. Selbst Voruntersuchungen für eine mögliche Trassenführung werden verweigert, anstatt dass sich alle zusammentun und eine für alle verträgliche, zukunftsträchtige Lösung (wie in Tirol) – eben teilweise an kritischen Stellen unterirdisch – fordern und so auch durchführen. Auch wenn das mehr kostet. Letztendlich würde so eine Lösung der Gesundheit aller, dem Nahverkehr und dem Fernverkehr nützen. Der Verkehr wird bestimmt nicht weniger. So wie es jetzt läuft, geht es lediglich auf das Sankt Floriansprinzip hinaus und damit auf Verzögerung und Verteuerung und wirkt sich zu Lasten – und zwar zusätzlicher Lasten – der Trassenanwohner aus und wird den zukünftigen Nah- und Fernverkehr auf der Bahn verschlechtern. Eine Verringerung des Verkehrs auf der Straße kommt damit nicht. Und das unter der scheinheiligen Argumentation, wir wollen keine Verschandelung und Zerschneidung unserer schönen Landschaft.
Günther Beyer
Stephanskirchen