Die Insekten sterben aus

von Redaktion

Zum Artikel „Die Insekten sterben – jede dritte Art gefährdet“ im Politikteil:

Wissenschaftler befürchten, dass bald alle Insekten verschwinden. Wenn Sie uns nicht gerade stechen, machen Insekten unser Ökosystem reicher, stärker und fruchtbarer. Den Fischen, Amphibien und Vögeln dienen sie als Nahrung. Sie bestäuben Früchte und Blumen. Ein Aussterben würde Landwirtschaft und Wirtschaft, Fremdenverkehr und Naherholung massiv schaden. Deshalb versprach Landwirtschaftsminister Schmidt einen sparsameren Einsatz von blumen- und insektenschädigenden Spritzmitteln. Bisher wurde nichts davon auf den Weg gebracht. Laut Koalitionsvertrag will sich die Bundesregierung erst Mitte der Legislaturperiode festlegen (Z. 3941ff, Insektenschutz und Ackerbaustrategie). Auf Anfrage teilte mir das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und der CSU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Thomas Kreuzer, mit: „Man weiß noch nicht genau. Darum machen wir vorerst so weiter“. Jedoch drängt die Wissenschaft auf schnelles Handeln, benennt Ursachen und bietet Lösungen. Gemeinden könnten anstelle von Rasen blühende Wegränder, Gärten und Parks anlegen, nicht nur Zaunhöhe und Dachneigung festlegen, sondern auch Einwohner und Betriebe zur insektengerechten Begrünung ermuntern. Unseren Kindern schulden wir ein rasches und verantwortungsvolles Handeln. Vielen liegt der ferne tropische Regenwald am Herzen. Die Fläche unseres heimatlichen „Regenwalds“ an Insekten ist auf 15 Prozent geschrumpft. Seine vollständige Rodung können wir Bürger zusammen mit Landwirtschaft, Kommunen, Industrie und Regierung verhindern.

Birgit und Klaus Siersch

München

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