Der Islam und Deutschland

von Redaktion

Zum Bericht „Merkel geht auf Distanz zu Seehofer“ und die weitere Berichterstattung über die Aussage von Horst Seehofer zum Islam (Titelseite, Politikteil):

Die Dinge beim Namen nennen, ist in vielen Fällen und Konstellationen lobenswert und sogar notwendig. Manchmal ist dies allerdings auch kontraproduktiv und unklug. Die polarisierende Aussage des neuen Bundesinnenministers Horst Seehofer, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, ist meiner Ansicht nach weder mit historischen noch mit den gegebenen Fakten vollständig zu begründen. Seehofers zusätzliche Feststellung, dass die hier lebenden Muslime zur deutschen Gesellschaft gehören, benennt lediglich eine Tatsache, die nur von Parteien und Gruppierungen am rechten Rand in Abrede gestellt wird. Seehofer, der in seiner ersten Rede als Innenminister den erodierenden Zusammenhalt der Gesellschaft beklagt, hat sich hierbei möglicherweise selbst ein Bein gestellt. Wie er es schaffen will, der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken und die verschiedenen Gruppen zusammenzuführen, das erschließt sich anscheinend im Bundeskabinett und in der Landesgruppe (vorläufig) nur den CSU- Granden Scheuer und Dobrindt. Es ist für das Gemeinwohl unserer Gesellschaft nicht förderlich, wenn gleich zu Beginn der Amtszeit im Kabinett Merkel deren Autorität auf den Prüfstand gestellt wird. Seehofer sollte seinen Ärger über die Klarstellung der Kanzlerin zur Religionsfreiheit der über vier Millionen muslimischen Mitbürger in Deutschland am besten schnell überwinden. Das Thema Islam erfordert damit befasste Politiker, die sich mit den vielen und widersprüchlichen Facetten dieser Weltreligion gründlich auseinandersetzen. Vor den gefährlichen und undemokratischen Handlungsweisen im Namen einer Religion oder Ideologie müssen alle Menschen geschützt werden, egal welcher Religion sie angehören! Das hat Horst Seehofer bei seiner Antrittsrede im Bundestag allerdings klar zum Ausdruck gebracht.

Oskar Wrage

Prutting

Offensichtlich hilft bei dem rechthaberischen und altersstörrischen Horst Seehofer mit seinem erbärmlichen Islam-Feindbild nur noch ein wirksames Mittel: Frau Bundeskanzlerin, senden Sie an Ihren Innenminister die Twitterbotschaft: ‚Horst, you are fired! Wer meine Richtlinienkompetenz infrage stellt und mich offiziell auch noch lächerlich macht, den bestraft das Leben durch mich, Deine Chefin!‘

Matthias Fuchs

Waldkraiburg

Die Weigerung, den Islam als Bestandteil der deutschen Gegenwart anzuerkennen und sich dabei auf, unter anderem, das jüdische Erbe zu berufen, weckt in mir die Befürchtung, dass es, wenn man dies jenen Herrschaften erlaubte, es ähnlich lange dauerte, bis sie den Islam zu Deutschland gehörend akzeptierten, mit ähnlich bitteren und katastrophalen Auswirkungen wie es das Judentum in Deutschland erleiden musste, bis dann auch die letzten heimattümelnden und leitkulturverliebten Demagogen nach 2000 Jahren bemerkten, dass die Juden ein Teil Deutschlands waren und sind.

Eusebius Kögel

Niedertaufkirchen

Wenn Frau Merkel weiterhin darauf besteht, dass der Islam zu Deutschland gehört, kann sie gleich die Verpflichtung für alle männlichen Kinder zur Beschneidung, ein Alkoholverbot oder das Verbot Schweinefleisch zu essen einführen. Frau Merkel soll sich auf unsere über Jahrhunderte gewachsenen abendländischen Werte besinnen. Falls sie nicht mehr zu diesem Kulturkreis gehören möchte, bitte, es steht ihr frei, zum Islam zu konvertieren. Klar gehören die hier aufgewachsenen und in die deutsche Gesellschaft integrierten Muslime zu Deutschland, nicht jedoch der Islam. Wir leben im Okzident, nicht im Orient. Frau Merkel soll den Muslimen in islamischen Ländern erklären, dass, da ja viele Westler dort leben, das Christentum dadurch zu den arabischen Ländern gehört. Hierzu wird sie sicherlich die richtige Antwort aus deren Sicht erhalten.

Werner Schruff

Rosenheim

Die erneute Diskussion um die Aussage „Der Islam gehört – nicht – zu Deutschland“ ist einmal mehr sinnlos. Es wird übersehen, dass Merkel und ihr neuer Innenminister Seehofer den Begriff „Islam“ unterschiedlich verstehen könnten. Es ist unschwer festzustellen, dass der Islam seinen Schriften zufolge eine intolerante Religion ist. Genauso leicht ist diesen Schriften zu entnehmen, dass alle Nicht-Muslime als Menschen zweiter Klasse eingestuft werden. Nachdem es keine Relativierungen gibt, die diese Aussagen abmildern, steht diese Religion eindeutig im Widerspruch zu unserem Grundgesetz. Demnach gehört der Islam nicht zu Deutschland und macht mit seiner Aggressivität Angst. Andererseits gibt es bei uns viele Muslime, die hier leben und die mit ihrer Arbeit zu unser aller Wohlstand beitragen. Sie können ihre Religion frei ausüben, sofern sie damit nicht die hier geltenden Gesetze brechen. Insofern gehört der Islam zu Deutschland. Im Übrigen scheint dies ein Thema zu sein, zu dem sich viele offizielle Vertreter äußern, ohne wirklich fundiertes Wissen zu haben. Zur Befriedigung von Geltungs- und Profilierungssucht ist es jedoch entschieden zu ernst. Auch das macht Angst.

Eberhard Sohn

Gars

Die Situation erinnert an eine üble Seifenoper. Da gießt der frischgebackene Innenminister Horst Seehofer Öl ins Feuer der politischen Diskussion zur Islamdebatte und riskiert damit einen unkontrollierbaren Flächenbrand, indem er verkündet, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Er vergisst hierbei aber offensichtlich, dass er als Minister für innere Angelegenheiten Deutschlands nicht zum Poltergeist, sondern zum Architekten einer Gemeinschaft von Menschen auch unterschiedlicher Glaubensrichtungen ernannt worden ist. In der Fortsetzung kontert dann des Architekten Bauherrin Angela Merkel mit einem gezielten Bauchschlag, der Islam gehöre zu Deutschland, und sie merkt wohl nicht, dass dies am dicken Fell des bayerischen Bären abgleitet und mit voller Wucht ebenso den sozialen Frieden gefährdet. Im Übrigen geht es gar nicht darum, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Diese Problematik gehört nicht in die aktuelle politische Diskussion, sondern in einigen Jahrzehnten in die Geschichtsbücher, in denen dann hoffentlich steht, der Islam habe weltweit seinen weltanschaulichen Schritt zu einem aufgeklärten Humanismus, wie er sich in unserem Grundgesetz manifestiert hat, getan. Anstelle von gefährlichen und nicht zielführenden Wortgefechten sollte Herr Seehofer in Kooperation mit Frau Merkel tatsächlich Strukturen schaffen, in denen Muslime wie auch Christen und Andersgläubige an einem Deutschland mitarbeiten, um Einigkeit, Recht und Freiheit zu gewährleisten.

Hans-Jürgen Langer

Rosenheim

Seehofer sei Dank, dass er unmittelbar nach Dienstantritt als Bundesminister des Inneren deutlich zu verstehen gab, der Islam gehört nicht zu Deutschland. Es wäre auch an der Zeit, dass sich sein Amtskollege Maas als Außenminister konsequent von den Kriegsmaßnahmen Erdogans absetzt, der ausgerechnet diejenigen bis zur Vernichtung bekämpfen will, die im Kampf Mann gegen Mann den IS in Nordirak entscheidend bekämpften. Ich hoffe nur, dass Seehofers Ansage nicht aus wahltaktischen Gründen erfolgte, um für die anstehenden Landtagswahlen in Bayern für die CSU Stimmen von der AfD zurückzugewinnen, sondern er und sein Amt sich vehement dafür einsetzen, dass den militanten islamistischen Verbänden in Deutschland Einhalt geboten wird. Dazu gehört eine konsequente Abschiebung aller Flüchtlinge, die nicht als Asylbewerber anerkannt wurden sowie all derer, die nicht unsere demokratische, rechtsstaatliche christliche Werteordnung anerkennen. Es muss Schluss sein mit der Gefühlsduselei von Merkel. Die Politik muss die Realität sich zu eigen machen. Wir schaffen es nicht, die Kosten hierfür von jährlich 22 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt zu nehmen – nicht gerechnet alle Folgelasten bei den Sozialversicherungsträgern – ohne erhebliche Verschlechterungen der Sozialleistungen für die Bundesbürger sowie gravierender Einschränkungen der dringend gebotenen Infrastrukturvorhaben. Alles in allem ist dies das Erbe der nunmehr zwölfjährigen Amtszeit von Merkel. Es wäre gut gewesen, wenn die SPD bei den GroKo-Verhandlungen mit dem Ziel angetreten wäre, ohne Merkel weiterzumachen, die nie um das Wohl Deutschlands bemüht war, sondern darum besorgt war und ist, groß auf der politischen Weltbühne aufzutreten. Merkel sollte abtreten und ihr Amt an Seehofer übergeben, dann brauchen CDU/CSU Wahlen nicht zu fürchten und benötigen auch keine SPD als Koalitionspartner.

Oskar Hennefarth

Haag

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