Nichtraucherschutz: mehr Eigenverantwortung

von Redaktion

Zur Meldung „Rauchverbot in Österreich gekippt“ (Titelseite):

Bürger erwarten vom Staat wirksame Regeln zum Schutz der Gesundheit. Gefährdet scheinen wir vor allem durch verschmutzte Atemluft. Beeinträchtigt wird deren Reinheit unter anderem drinnen durch das Rauchen und draußen durch die Abgase des Straßenverkehrs und der Energieerzeugung. Es geht um die Frage, inwieweit der Mensch kontaminierter Atemluft durch entsprechendes Handeln entgehen kann. Beim Rauchen – ich selbst bin lebenslanger Nichtraucher – geht die Politik bundes- und europaweit unterschiedlich vor. In Bayern meint die Politik, Bürger und Gastronomie durch ein striktes Verbot schützen zu müssen. In Baden-Württemberg geht es liberaler zu. Dort zählt Eigenverantwortung. Der Mensch kann frei entscheiden, ob er in einem rauchfreien Etablissement sein Essen zu sich nehmen, oder in einer „Räucherkammer“ rauchend oder nicht rauchend am Tresen Platz nehmen möchte. Mit solchen Angeboten sind Wirte letztlich nur erfolgreich, wenn die Gäste wiederkommen. Ein Staat, der den Gesundheitsschutz ernst nimmt, müsste das Rauchen eigentlich komplett verbieten und die Subventionen für den Tabakanbau stoppen. Der Luftverschmutzung durch den Individualverkehr auf den Straßen, der wir Bürger kaum ausweichen können, will die Politik bisher nicht mit Fahrverboten begegnen, weil das Arbeitsplätze kosten würde. Der Weg, den Österreich beim Rauchverbot gehen will, setzt mündige Bürger voraus. Die hat auch Bayern. Bayern war immer stolz auf seine sogenannte Wirtshauskultur. Leider hat sie nach meiner Beobachtung durch das umfassende Rauchverbot bereits gelitten. In vielen kleineren Dörfern gibt es schon kein Wirtshaus mehr.

Norbert Vogel

Schechen

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