Zum Bericht „Überall Plastik“ (Bayernteil):
Es ist erstaunlich, wie früh man auf die Verschmutzung durch Plastik in allen Gewässern aufmerksam wird! Seit zwölf Jahren sehe ich bei meinen Spaziergängen am Inn entlang, von Oberaudorf/Niederndorf bis Kufstein auf der Tiroler Seite am Ufer Massen von Plastikflaschen, Bier-, Redbull- und diverse andere Dosen, Styropor, Öl-Plastikbehälter – einfach alles was schwimmt. Ich habe schon mal im Sommer eine Menge Flaschen rausgefischt, die aber am nächsten Tag wieder im Schilf lagen. Am besten ist diese Müllhalde im Frühjahr oder Herbst zu sehen, wenn kein Schnee und kein hohes Schilf gnädig diese Schande zudeckt. Aber nachdem dieser Dreck am tirolerischen Ufer lagert, was mich eigentlich nichts angeht, und auch die Tiroler Anwohner und die vielen Spaziergänger von Ebbs sich nicht daran stören, wollte ich mir eine Anfrage bei der Gemeinde Ebbs ersparen. Von den lieben Nachbarn bekommt man immer nur die Antwort oder Frage: „Hast du ein Problem? Bleib wo du herkommst!“ Es ist sehr schade, dass man diese schöne geschenkte Landschaft nicht behütet, aber scheinbar ist der große „Müllplatz Natur“ dazu da, der gedanken- und verantwortungslosen Wegwerfgesellschaft eine „Berechtigung“ zu geben. Die nächsten Generationen werden in ihrem eigenen Dreck umkommen. So soll es sein.
Christine Maier
Oberaudorf
Wie man uns informiert, sind wir ständig umgeben und beeinflusst von schrecklichen Gefahren: Vogelgrippe, Rinderwahnsinn, Schweinepest, Mikroplastik, Nanoplastik, multiresistente Keime, Elektrosmog, Kohlendioxid, Diesel, Hundekacke, Gletscherschwund, Feinstaub, Stickoxyde, Glyphosat, Neonicotinoide, Infraschall, Kerosindusche – die Aufzählung ist nicht erschöpfend. Es vergeht kaum eine Woche, in der uns nicht hochrangige Wissenschaftler in einer neuen Studie mit einer weiteren, noch viel schlimmeren Gefahr konfrontieren. Vor geraumer Zeit mussten wir uns mit erheblich weniger Katastrophen begnügen. Das gute alte Ozonloch über dem Südpol hat uns viele Jahre ordentlich erschreckt – man hört nichts mehr von ihm. Eigentlich müssten wir doch endlich auf diese wissenschaftlichen Erkenntnisse folgsam reagieren und spätestens in mittleren, schmerzgeprägten Lebensjahren den Löffel abgeben. Tun wir aber nicht, die Lebenserwartung geht vielmehr ständig in die Höhe. Da kann doch etwas nicht stimmen. Machen wir vielleicht etwas falsch? Ein Blick ins Lexikon hilft vielleicht weiter: „Hysterie – ein Zustand von übertriebener Nervosität und leichter Erregbarkeit, der dazu führt, dass man nicht mehr klar denken und vernünftig handeln kann.“ Trauen wir daher besser dem römischen Weisen Seneca: „Du bist das Lebewesen mit Vernunft“ als jenen hysterischen Schreihälsen.
Hans Daxer
Marquartstein
Ob Mikroplastik wirklich eine Belastung für unsere Gewässer darstellt, muss erst noch geklärt werden. Es ist aber zu bezweifeln. Denn von ihrer chemischen Struktur her sind die Kunststoffe für die meisten Lebewesen unverdaulich und wirken wie die Ballaststoffe in unserer Nahrung – sie passieren den Verdauungstrakt unverändert und werden ausgeschieden. Jeder von uns ist übrigens Erzeuger von Mikroplastik, wenn er sich die Zähne putzt. Dabei verschleißen nämlich die Kunststoffborsten der Zahnbürste an den Zähnen und werden zu Mikroplastik. Einen Teil davon spülen wir in den Ausguss und tragen so Mikroplastik in das Abwasser ein. Den anderen Teil dieses Mikroplastik verschlucken wir, zweimal täglich bei gewissenhafter Zahnpflege. Anders geht’s wohl nicht. Wem schadet es? Wer würde zurückkehren wollen zu Borsten aus Rosshaar? Wer würde lieber auf das Zähneputzen verzichten und Mundgeruch, Karies und Parodontose riskieren?
Prof. Dr. Johannes Schroeter
Großkarolinenfeld