Versiegelte Flächen aufbrechen

von Redaktion

Zum Bericht „40 Aktenordner gegen den Flächenfraß“ (Bayernteil):

Zum aktuellen Flächenfraßbegehren vermisse ich eine Alternative: Die Entfernung von versiegelten und nicht mehr benötigten Flächen. Weshalb ist es bei uns nicht wie bereits in anderen Ländern möglich, der fortschreitenden Bodenversiegelung durch den Abriss von alten Industrie-, Gewerbe- oder landwirtschaftlichen Gebäuden und Flächen entgegenzuwirken und dies auch staatlich zu fördern? Warum nicht auch eine „Abwrackprämie“ für überflüssige Anlagen? Hier eröffnet sich gerade im ländlichen Raum ein breites Spektrum: Durch das weiter fortschreitende Höfesterben werden immense Kapazitäten von versiegelten Hofflächen, Zufahrtsstraßen, Güllebehältern, Fahrsilos, Feldstadeln und Wirtschaftsgebäuden nicht mehr benötigt, die dem Besitzer ohnehin nur Unterhaltskosten verursachen. Bevor man Unsummen in riesige Rückhaltebecken zum Hochwasserschutz investiert, wäre es schon sinnvoll, zuerst die vorhandenen Teer-, Beton- und Pflasterflächen wieder in aufnahmefähige Wiesen oder Biotope umzuwandeln. Natürlich muss man als Anreiz den Besitzer von staatlicher Seite her finanziell unterstützen. Auch eine Anrechnung solcher Abrissflächen als „Ausgleichsflächen“ für anderweitige neue Bauvorhaben wäre eine denkbare Alternative. Wenn schon insgesamt flächenmäßige Beschränkungen für neue Bauprojekte angestrebt werden und die Bodenversiegelung eingedämmt werden soll, ist ein zweigleisiges Vorgehen sicher der vernünftigere Weg.

B. Stadler

Rosenheim

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