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Zum Bericht „Fall Skripal: Keine präzise Giftquelle“ (Titelseite) und zum Leserbrief „Kriegsgefahr aus Versehen“:
Teile und herrsche: Dieser Grundsatz ist seit Jahrhunderten Teil britischer Regierungspolitik und wird seit einiger Zeit auch von den USA übernommen. Welchen wahren Grund könnte es geben, den Giftanschlag in England so extrem hochzuspielen als den, Europa von Russland zu trennen? Russland und Putin werden als das generell Böse in die Ecke gestellt. Unsere Presse übernimmt brav die angloamerikanischen, antirussischen Ansichten, sodass es keiner mehr wagt, Zweifel an den bestehenden Sanktionen zu äußern. Ein gut nachbarschaftliches Verhältnis zu Russland bringt mehr Sicherheit als eine Verdoppelung von Nato-Soldaten im Baltikum.
Udo Proske
Rosenheim
Glaubt denn tatsächlich irgendjemand Russland/Putin würde so einen Anschlag unternehmen? Der Agent war zehn Jahre unbehelligt in England als Rentner und freier Mensch unterwegs. Warum sollte man ausgerechnet jetzt, wo in Russland auch noch die Fußballweltmeisterschaft ansteht, so etwas unternehmen? Wem soll das nützen? Doch nicht Putin. Schauen Sie die Weltpolitik an. Etliche Konflikte weltweit wurden von den USA in Szene gesetzt: Korea, Vietnam, Südamerika, Afrika und jetzt speziell Nordafrika, vor allem Libyen, Irak, Afghanistan, Syrien und so weiter. Die Nato rückt verdächtig nah an Russland heran. Man sollte das mal neutral betrachten. Zurück zum Giftanschlag: Wer schürt den kalten Krieg? Wer will einen Keil zwischen Europa und Russland treiben? Meine Bitte ist, die Politik – speziell unsere deutsche – sollte nicht immer blindlings das glauben, was die anderen vorsagen, sich selber ein Bild machen und nicht das nachplappern, was andere vorplappern. Und an die Presse: Sie soll sauber recherchieren und die Wahrheit schreiben. Was stand vor Kurzem in Ihrer Zeitung als Spruch: Um ein tadelloses Mitglied in einer Herde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
Klaus Papke
Bruckmühl
Die Zeit hat wieder einmal die Leichtgläubigen eines Besseren belehrt. Der technische Leiter der britischen Chemiewaffenanlage in Porton Down musste zugeben, dass sein Labor nicht nachweisen kann, ob das in Salisbury angewandte Giftgas in Russland hergestellt wurde. Leserbriefschreiber Bernward Schmid ist wie Frau Merkel 2003 und heute auf britische Lügen hereingefallen. Er hat sich auch nicht die Frage gestellt, warum London Russland nicht in die Untersuchungen im Fall Skripal einbeziehen wollte. Warum bloß? Ähnlich wie 2003 versucht London wieder einmal, den Westen in eine Konfrontation mit Russland hineinzuziehen. Warum will man nicht die globalen Probleme mit Russland zusammen lösen? Der Grund liegt in der Lage des britischen transatlantischen Finanzsystems. Es ist heute bankrotter als 2008. Außerdem gewinnt Chinas Politik der Neuen Seidenstraße immer mehr Freunde in der Welt für das neue Paradigma der Zusammenarbeit und globalen Aufbaus. Auch immer mehr europäische Staaten erkennen, dass Europas Zukunft in der Zusammenarbeit mit der Neuen Seidenstraße liegt. So steht bei der österreichischen Regierung sogar die Beteiligung an der Neuen Seidenstraße im Koalitionsvertrag. Österreich ist auch nicht so ein sklavischer Lakai Londons wie Deutschland unter Angela Merkel und hat deshalb keine russischen Diplomaten ausgewiesen. Die Verfassungsänderung in China als diktatorischen Akt hinzustellen, zeigt wieder einmal, dass eingebildete Westeuropäer die Wahl von Frau Merkel durch den Bundestag zum vierten Mal als Bundeskanzlerin als demokratischen Ausdruckswillen der Bevölkerung einschätzen. Falls aber in einem östlichen Land ein guter Präsident nun mehr als zweimal regieren darf, ist dies natürlich Ausdruck eines autoritären Staates.
Gerald Strickner
Kolbermoor