Kritik an Spahn

von Redaktion

Zum Kommentar „Spahn wird liefern“ (Politikteil):

Als 73-jähriger Allgemeinarzt (35 Jahre in Polling/ Mühldorf allgemeinärztlich tätig gewesen), in Anstellung in Kraiburg, Waldkraiburg und Engelsberg noch 20 Wochenstunden tätig, möchte ich dem Kommentarschreiber mitteilen, dass wir Ärzte uns seit Jahren, bedingt durch den sogenannten „Sicherstellungsauftrag“ sehr wohl an die „Bedingungen zu halten haben“ und dies auch immer getan haben, auch wenn sie uns auf das Unsäglichste mit Budgetierung und Bürokratie malträtieren. Herr Spahn kann uns ja vom „Zugang zu 90 Prozent der Versicherten in Deutschland“, wie es im Kommentar heißt, gerne abkoppeln. Er wird dann sehen, wer die Patienten behandelt und hoffentlich andere, Bessere und Willfährigere finden, die dieses bewerkstelligen können und möchten. Herr Spahn weiß ganz genau, dass zumindest alle Hausärzte mehr als 20 Wochenstunden Sprechstunde abhalten. Ich habe in meiner Praxistätigkeit 60 Wochenstunden locker gearbeitet. Spahn ist jetzt so liebenswürdig und schlägt vor, dass die Abhaltung einer Extrasprechstunde für sofortige Inanspruchnahme „außerhalb der Budgetierung“ finanziert werden würde, d.h. sie würde dann tatsächlich bezahlt werden, eine der üblichen Frechheiten uns gegenüber sondergleichen, wie seit Jahren. Das nur aus der Sicht eines Betroffenen. Ich bin nun seit 45 Jahren approbiert und weiß, wovon ich rede.

Dr. Wilhelm Gampert

Polling

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