Zur Islam-Debatte (Berichte im Politikteil, Leserbriefe):
Solange Muslime sich für die „Auserwählten“ glauben, – mit Betonung auf „glauben“ – und andere als „Ungläubige“ betiteln, grenzen sie sich bewusst aus und zeigen damit deutlich, dass sie unser Wertesystem verachten und damit auch unsere Kultur, unser Volk und Andersgläubige. Solange wegen der Religion so gestritten, sich weiterhin bekriegt und sogar bewusst Menschen verletzt oder gar getötet werden, sehe ich keinerlei Berechtigung auf Zugehörigkeit zu Deutschland. Muslime oder andere Andersgläubige, die ihre Religion im Stillen ohne Außenwirkung leben und auch andere hier gebräuchliche Sitten und Traditionen akzeptieren, nehme ich natürlich von meiner Kritik aus. Sie sind Teil der Gesellschaft geworden und tragen auch zur kulturellen Vielfalt auf friedliche Weise bei. Trotzdem gehört der Islam in keiner Weise deshalb zu Deutschland!
Martina Schmid
Neubeuern
Kultusminister Sibler will nach zehn Jahren Erprobung eines islamischen Religionsunterrichtes erst 2019 eine Evaluation desselben. Sein Vorgänger plante die bayernweite Einführung des islamischen Religionsunterrichtes. Er muss gute Gründe gehabt haben. Da ist zum einen die mittlerweile gute Ausbildung der Religionslehrkräfte durch den bayerischen Staat. Die Ausbildung liegt in staatlicher Hand. Die Einteilung der Lehrkräfte erfolgt durch die jeweiligen Bezirksregierungen, die Beurteilung über die Schulämter und Schulleiter. Ich arbeite an drei Schulen als evangelischer Religionspädagoge. Die Zusammenarbeit mit Lehrkräften, die islamischen Religionsunterricht geben, ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Frage nach dem jeweiligen Gottesbild und der Austausch darüber bringt Christen und Moslems einander näher und die Angst vor gegenseitiger Vereinnahmung gibt es nicht mehr. Im Gespräch mit meinen Kollegen wird deutlich, dass sie in ihren Klassen mit allen Strömungen des Islam konfrontiert sind und zum Teil große Unsicherheit bei den Schülern besteht, wie sie sich Christen gegenüber verhalten sollen. Zum Teil wird in den Moscheen dabei aus Angst vor Vereinnahmung gänzliche Distanz ausgerufen. Der islamische Religionsunterricht befähigt die Kinder und Jugendlichen, mit Christen theologisch begleitet neu umgehen zu können. Das kann kein Ethikunterricht leisten. Das können nur gut ausgebildete Kollegen, die islamische Theologie studiert haben. Zudem entkräften sie Vorurteile gegenüber dem christlichen Glauben, weil sie religionspädagogisch und nicht koranrezitierend wie in der Moschee arbeiten. Das wirkt in die muslimisch geprägten Familien hinein. Wahlkämpfer, wie Herr Sibler als Mitglied der CSU nun mal auch ist, die den Wählern suggerieren, wir in Bayern brauchen keinen Islamunterricht, um AfD-Wähler zurück zur CSU zu bringen, sollten sich dazu anderer Themen annehmen.
Adrian Picker
Rosenheim
Im Koran ist ganz klar die Pflicht aller Muslime geschrieben, gegen die Ungläubigen mit aller Härte zu kämpfen. Besonders unsere weiblichen Politikerinnen sollten sich die Sure 47,4 ansehen, darin steht: Der Mann ist für alle Ewigkeit der Frau überlegen und er nimmt gegenüber den Frauen eine Vorrangstellung ein. Fazit: Der Koran lässt sich in der derzeitigen Form mit unserem Grundgesetz und unserer freiheitlichen Grundordnung nicht vereinbaren. Genauso wie im Alten Testament 2. Buch Mose, dem Buch Exodus geschrieben stand: „Entsteht ein dauerhafter Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde“. Auch dies würde mit unserem Grundgesetz und unserer freiheitlichen Grundordnung kollidieren. Jesus hingegen zitierte in seiner Bergpredigt diese Worte mit: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch (…): Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.“ Jesus macht sich deshalb für den Aspekt der Versöhnung stark. Dass es zwischenzeitlich Millionen von Muslime unter uns gibt, ist ohne Zweifel Realität und der muslimische Glaube ist genauso wie das Christentum eine Weltreligion. Wir sind ein weltoffenes Land, in dem auch Muslime gut leben könnten, da die Religionsfreiheit im Artikel 4 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ganz klar festgeschrieben ist. Es wäre aber nun vorrangige Aufgabe der muslimischen Religionsgelehrten, für die betreffenden Gewaltsuren im Koran eine zeitgemäße und für alle Muslime bindende friedliche und damit grundgesetzkonforme Auslegung zu schaffen. Erst dann könnte auch ich sagen: „Der Islam gehört zu Deutschland“.
Adelbert Schömer
Rosenheim
Vielleicht müsste man anders fragen: Gehört nur der Islam zu Deutschland, nicht aber die Muslime, die den Koran „falsch“ auslegen? Es gibt im Islam unterschiedliche Glaubensrichtungen, die sich zwar auf den Koran berufen, sich aber teilweise feindlich gegenüberstehen. Wer gehört nun zu uns? Und warum? Sunniten, Schiiten, Wahabiten, Ismaeliten, Salafisten: Alles Muslime – und teilweise spinnefeind untereinander. Es gehört schon eine arge deutschen Überheblichkeit dazu, wenn die Politik meint, alle befrieden zu können und in Europa gar einen europäischen Islam schaffen zu können. Muslime werden im Westen häufig unterschätzt. Ihr Glauben ist vielfach gefestigter als der Glaube der Christen. Vielleicht ist das die wirkliche Gefahr für Europa. Ein Land, in dem es immer weniger Gemeinsamkeiten gibt, wird möglicherweise unschön aufwachen, wenn ihm plötzlich Gemeinsamkeiten von unerwünschter Seite aufgezwungen werden. Multikultur schafft dann wieder Monokultur. Aber vielleicht gibt es doch überzeugende Argumente, um den Westen und den Orient miteinander zu verbinden: Rund 80 Milliarden Euro Handelsvolumen mit muslimischen Staaten. Da lässt man sich schon dafür auf den Kopf kleckern. Geld stinkt halt doch nicht. Nur die Politik.
Bernhard Gapp
Halfing