Markus Söder und sein Kreuzzug

von Redaktion

Zu den Berichten „Marx wirft Söder Spaltung vor“ und „Kaltes Kalkül“: Zornige Kreuz-Debatte im Landtag“ (Politikteil):

Jeder von uns braucht immer wieder Nachsicht und Vergebung. Dabei gehört die Bereitschaft zur Vergebung zu den schwierigsten Herausforderungen des Lebens. In schwierigen Fällen brauchen wir dazu fremde Hilfe. Doch wer kann uns helfen? Dazu müssen wir uns an den Spezialisten für Vergebung, dazu müssen wir uns an Jesus wenden. Jeder bewusste Blick zum Kreuz verbindet uns mit Jesus. Vom Kreuz herab hat er gesprochen: „Vater vergib ihnen“ und hat selbst für seine schlimmsten Peiniger um Vergebung gebeten. Daher kann er auch uns helfen, zur Vergebung bereit zu sein. Rache, Hass und Vergeltung haben dann keinen Platz mehr. Die notwendigen Voraussetzungen für den Frieden sind geschaffen. Seien wir dankbar für jedes Kreuz, das uns zu Versöhnung und Frieden mahnt, selbst wenn es im Eingangsbereich von Ämtern hängt.

Hildegard Sochatzky

Kirchdorf

Das Kreuz (Probleme, Mühe, aber auch Leid, Krankheit und Tod) durchkreuzt die gesamte Existenz des Menschen, egal ob Buddhist, Christ oder Muslim. Auch hat jeder Mensch sein Kreuz (Wirbelsäule und Schultergürtel), an dem alles (Kopf, Gliedmaßen und Organe) verortet ist und Stabilität erst möglich wird. Das Kreuz bezeichnet somit den menschlichen Alltag und holt tiefste Wirklichkeit ein, fordert ebenso zur persönlichen Annahme heraus. Anthropologisch, historisch und selbstverständlich nicht zuletzt christlich erlösend betrachtet ist das Kreuz Spiegelbild und Orientierungszeichen unserer gegenwärtigen Kultur und Gesellschaftsstruktur, das sinnvoll zukunftsweisend auch unsere Behörden markieren sollte, damit bestärkt Werte des Miteinanders auf den Weg gebracht werden. Danke, Markus Söder, dass du dein Kreuz nicht abhängst, sondern das Kreuz aufhängst.

Hans-Jürgen Langer

Rosenheim

Söder will zurück ins Mittelalter! Die Religion des Landesvaters hatte auch die der Landeskinder zu sein. Wenn nicht – mal sehen, was er noch so denkt. Schlimm nur, dass seine treuen Wähler zum Teil noch schlimmer denken. Ist das seine „Wir-in-Bayern-machen-immer-noch-ne-Schippe-drauf.“-Doktrin?

Dieter Winkler

Grassau

Markus Söder missbraucht die Religion und die christlichen Werte (Kruzifix) für seine eigene Wahlpropaganda und demnach eben auch für die CSU. Ich bin mir sicher, er hat die Bibel nicht gelesen, denn sonst wüsste er, dass unser Schöpfer zwischen Politik und den Mächtigen auf der Erde und dem Glauben an unseren Gott ganz klar unterscheidet und diese trennt. Das ist sehr schäbig, schäbiger geht es gar nicht mehr und ich hoffe, dass sich die Bürger in Bayern bei den anstehenden Landtagswahlen daran erinnern werden. Auf jeden Fall ist er nicht mein Ministerpräsident und die CSU ist nicht christlich geprägt und demnach auch nicht meine Partei.

Viola Kurz

Bad Feilnbach

Wer den Blick vom Schnitzel zu lösen bereit ist und fähig, über den Tellerrand hinaus auf die 2000-jährige Geschichte unserer christlichen Kultur zu richten, erkennt unschwer: Es war schon immer mit außerordentlichem Mut und Bekennerbereitschaft verbunden, dem Zeichen des Kreuzes seinen Respekt zu zollen – gar das eigene Sein an das zu knüpfen, was von ihm symbolisiert wird. Man kann vom neuen Landesvater halten, was man will, wenn Ministerpräsident Markus Söder sich nun für eben dieses Symbol als Ausdruck unseres kulturellen Hintergrundes stark macht und es in die öffentlichen Amtsstuben zurückholt, hat das –auch und das deutlich – etwas mit Mut und klarer Kante zu tun. In einer Zeit der Gleichmacherei und des Relativierens, auf diese Weise eindeutig Position zu beziehen, ganz besonders. Auch wenn es (noch) nicht mit der eigenen Existenz verknüpft ist wie zu Zeiten meines Schwiegervaters, der damals als Bürgermeister von Seebruck und bekennender Nazi-Gegner das Kreuz in der Amtsstube just mit Schraube und Mutter auf der anderen Wandseite gegen die von oben veranlasste Demontage gesichert hat. Wenn nun im Chor der Kritiker gar die bischöflichen Stimmen beider „Kreuzes-Konfessionen“ mit am lautesten zu vernehmen sind, darf uns das nicht wundern: Sind sie es doch gewesen, die just dieses ihr Symbol im „Heiligen Lande“ feige von der Brust genommen haben. Warum sollten sie dies nun in ihrem Heimatlande anders handhaben? Wenn es jetzt unverhoffterweise gar die Politik ist, die diesen „Heimat-Nagel“ in die Wand schlägt, so lässt es mich jedenfalls wieder hoffen, dass der vom unvergessenen Bundeskanzler Adenauer schon damals bange gestellten Frage, „Was wird aus Deutschland, wenn ich mal nicht mehr bin…?“ doch wieder Zuversicht in die Zukunft gegenübersteht.

Anneliese Wieser

Seebruck

Wenn Horst Seehofer, CSU-Vorsitzender und Bundesinnenminister, postuliert, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, aber in Deutschland toleriert werde, dann ist das sicherlich ein Fakt, dem nur wenige widersprechen werden. Wenn aber der frischgebackene CSU-Generalsekretär Markus Blume ausgerechnet den Münchner Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, wegen dessen Kritik an Söders Kruzifix-Vorstoß abwertend mit „Nörglern, Religionsfeinden und quasi als Anhänger einer unheiligen Allianz“ gleichsetzt, dann ist zu vermuten, dass Blume entweder den Kardinal Marx mit dem gleichnamigen Philosophen Karl Marx verwechselt, dessen 200. Geburtstag dieser Tage ansteht … oder dass Blume auf eine schäbige Fake-News reingefallen ist, die sicherlich der böse Putin in die Welt gesetzt hat?

Jürgen Engelhardt

Stephanskirchen

Ministerpräsident Söder mag bei einigen anecken, weil er das Kreuz zeigt. Weit besser als unsere beiden obersten christlichen Kirchenvertreter: Bei jeder ihrer salbungsvollen Reden fällt mir ein, dass beide beim Besuch in Israel im November 2016 ihre Kreuze ohne Not versteckt haben.

Ernst Heime sen.

Prien

Der Kommentar „Söders Irrweg“ hat mich wegen der arroganten und überheblichen Fehleinschätzung doch sehr geärgert. Es gäbe dazu einiges zu sagen, aber ich beschränke mich auf die Feststellung, dass mir ein bayerischer Ministerpräsident, der sicherstellt, dass in bayerischen Amtsstuben sichtbar abendländisches Brauchtum und christliche Werte Geltung und Vorrang haben vor jedweden Multikulti-Einflüssen entschieden lieber ist als ein Erzbischof, der am Tempelberg schändlich sein Kreuz ablegt. Ich bin Markus Söder sehr dankbar dafür, dass er in dieser Frage Standfestigkeit und Charakter zeigt. Damit unterscheidet er sich wohltuend von einer großen Zahl von leider führenden Politkollegen und nicht zuletzt von Kardinal Marx.

Bernd J. Wallner

Großkarolinenfeld