Dialekt klingt besser

von Redaktion

Zu „Kurse für Dialektsprecher, Deutsch-Nachhilfe für Bayern“:

Es ist zu loben, dass sich die Medien mit der Vielfalt und der Ausdruckskraft der verschiedensten Dialekte befassen und deren Wert hervorheben. Neben dem Dialekt gibt es im süddeutschen Raum die bairische Schriftsprache („bairisch“ bezeichnet das Sprachgebiet), die von jeher gesprochen und geschrieben wurde. Beides steht nebeneinander. Doch leider wird dieses bairische Schriftdeutsch seit einiger Zeit durch die in vielen Medien publizierte Sprache sukzessive ausgetauscht.

Im Folgenden ein paar Beispiele: In Bayern heißt es Semmel (kommt aus dem Lateinischen „similia“, feinstes Weizenmehl), soll nun Brötchen heißen (laut Rosenheimer Volksblatt). Es heißt auch semmelblond, Semmelknödel und nicht Brötchenknödel.

So liest man inzwischen auch statt Blaukraut nur mehr Rotkraut oder Rotkohl, statt rote Rüben, Rannen, nur rote Bete.

Rahm und Schlagrahm, die in großen Teilen Deutschlands heimisch waren (Sprachatlas), wurden durch die weniger verbreitete Sahne ersetzt.

Der Topfen wurde zum Quark, „der“ Butter, der auch in Nachbarländern männlich ist, wurde zu „die“ Butter.

Im Bairischen gibt es kein Imperfekt, sondern das Perfekt, nicht „ich sagte, ich saß“, sondern „ich habe gesagt, und ich bin gesessen“.

Ein wichtiger Punkt ist, dass mit der norddeutsch geprägten Sprache auch die Sprachmelodie verschwindet, die die bairische Sprache so liebenswert macht. Wir sollten deshalb das bairische Schriftdeutsch nicht verloren gehen lassen und es erhalten.

Magda Scheller

Surberg

Artikel 1 von 11