Höflichkeitsgeste oder Dummheit?

von Redaktion

Zur Berichterstattung über den Fototermin der Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Politikteil und zum Kommentar „Duell der Werte“ von Marc Beyer.

Die beiden „deutschen Nationalfußballspieler“ Özil und Gündogan haben „ihrem“ Präsidenten/Führer gehuldigt. Millionen der in Deutschland lebenden Türken sind ebenfalls Erdogan-Anhänger. Die letzten Wahlen haben das deutlich gezeigt. Kommentatoren verweisen darauf, dass es neben Erdogan viele andere Diktatoren gibt, mit denen wir Geschäfte machen und mit denen gesprochen und verhandelt wird. Damit soll von der eigentlichen Information, die vom Verhalten der meisten in Deutschland lebenden Einwanderer ausgeht, abgelenkt werden. Diese Information heißt: Selbst Personen, die in Deutschland geboren sind, die als Integrationshelfer wie Güdogan hochgelobt werden und natürlich den deutschen Pass haben, perfekt deutsch sprechen, können keineswegs als integriert gelten. Mit der massenhaften illegalen Zuwanderung – das dämmert inzwischen sogar Angela Merkel – haben uns die deutschen Politiker ein Problem aufgeladen, das uns viele Jahrzehnte beschäftigen wird. Billionen von Euro muss der deutsche Steuerzahler dafür berappen. In vielen Bereichen unseres Landes ist das Staatsversagen zu beobachten. Ein Beispiel ist die Wohnungsnot. Wenn Millionen Menschen zuwandern, wundert man sich, dass Wohnungen fehlen. Und wenn begonnen wird, sie zu bauen, wundert man sich, dass Flächen versiegelt/verbraucht werden. Übrigens: In Afghanistan kann man eine Person mit 30 Cent pro Tag versorgen. Bei uns kostet ein Asylant den Steuerzahler rund 100 Euro pro Tag. Das heißt, in den Herkunftsländern der Zuwanderer könnten für gleiches Geld statt einem Menschen 300 Menschen versorgt werden. Fazit: Weder für die Herkunftsländer noch für das Aufnahmeland Deutschland wird durch unsere Willkommenspolitik Gutes bewirkt.

Gerhard Mania

Neumarkt-St. Veit

Ich habe sehr viel Verständnis dafür, wenn sich ein Deutscher mit Migrationshintergrund dem Land seiner Väter besonders verbunden fühlt; so wird es sicher bei Herrn Özil und Herrn Gündogan auch der Fall sein. Wenn dem so ist, darf man auch davon ausgehen, dass diesen die politische Situation in der Türkei durchaus bekannt ist. Ich nehme diese Situation so wahr, dass Erdogan als Staatspräsident vor allem die öffentlich Bediensteten (Lehrer, Polizeibeamte, Militär, Justiz) sowie die Presse gleichschaltet und alle, die nicht erkennbar auf seiner Linie sind, als Terroristen bezeichnet und vielfach unter Missachtung von Menschenrechten einfach wegsperren lässt – viele Türken haben Angst vor Repressalien und Verhaftungen; mittlerweile ist die Türkei auf Platz sechs der Herkunftsländer von Asylsuchenden! Wenn also die Herren Özil und Gündogan sich mit diesem Staatspräsidenten in der gezeigten Weise öffentlich präsentieren, so ist das auch eine klare politische Aussage: „Wir erklären uns solidarisch mit Ihrer Vorgehensweise!“ Dieses Treffen als „Höflichkeitsgeste“ zu verkaufen ist unglaubwürdig. Ich habe dafür null Verständnis und ich halte es auch für einen Verrat an der türkischen Bevölkerung!

Hanns-Jürgen Weck

Kiefersfelden

In einem Interview beurteilte Claudia Roth, die grüne Frontfrau, die Erdogan-Huldigung beziehungsweise Wahlkampfhilfe der beiden deutschen beziehungsweise deutsch/türkischen Fußballnationalspieler Özil und Gündogan so: „In ihrer Naivität haben die beiden nicht bedacht, welche Wirkung dieses Treffen mit Erdogan haben könnte.“ Hier wird das Dilemma von Claudia Roth sichtbar. Lieber setzt sie sich dem Vorwurf aus, Fußballspieler im Allgemeinen und Migranten im Besonderen als dumm hinzustellen als zuzugeben, auch bei diesen beiden Herren hat die Integration nicht geklappt. Wenn das schon bei Menschen, die in Deutschland geboren sind, die perfekt deutsch sprechen – oder wie im Fall Gündogan – sogar ein Einser-Abitur vorweisen können, nicht funktioniert, wie soll das bei den Millionen anderen „Neu-Mitbürgern“ funktionieren? Lieber bekennen sich offensichtlich selbst Zuwandererkinder eher zur Herkunftsnation ihrer Eltern, als zu einer Nation, die sich selbst gar nicht mehr als Nation verstehen will. Höhere Geburtenraten von Migranten und weitere Zuwanderung werden in wenigen Jahren tatsächlich dazu führen, dass man nur noch von einem Multikulti-Land beziehungsweise von einem ehemaligen Deutschland sprechen kann.

Rupert Obergrußberger

Neumarkt-St. Veit

Ich danke Ihnen für diesen so wunderbar sachlich und inhaltlich völlig korrekten Kommentar. Sie sprechen mir und vielen anderen aus dem Herzen. Wenn Herr Löw aus rein kommerziellen Gründen entscheidet, dass diese Spieler weiter spielen dürfen, dann frage ich mich wirklich, was unsere Demokratie überhaupt noch wert ist. Demokratie braucht Demokraten. Herr Löw und Herr Bierhoff sind keine.

Birgit Laas

Regensburg

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