Zum Bericht „Ein halbes Jahrhundert Geborgenheit“ in der Pfingstbeilage:
Heute würde man das Unternehmen Mutter-Kind-Heim Halfing als soziale Innovation preisen, das zum Gelingen des gesellschaftlichen Zusammenhalts beiträgt. Doch nicht nur vor 50 Jahren gab es zahlreiche ortsansässige Gegner. Herablassende Vorurteile halten sich bis zum heutigen Tag. Die jungen Frauen seien selbst schuld an ihrer prekären Lebenssituation, heißt es manchmal. Zu Unrecht, wie diejenigen Bürger wissen, denen es um ehrliche Information und Anerkennung vor einer außergewöhnlichen Leistung geht.
Dass so eine Einrichtung heute noch gebraucht wird, nämlich, dass junge schwangere Frauen keinen Rückhalt in ihrer Ursprungsfamilie finden und gleichgültige „Partner“ sich keinen Deut um ihre ureigenste Mitverantwortung kümmern, sollte unser Werteverständnis aufwühlen. In dem Bericht „Ein halbes Jahrhundert Geborgenheit“ lässt sich erahnen, welch kompromissloser Durchhaltewillen von Silke Kochendörfer-Schneeweis und ihren Eltern dahinter stand und immer noch steht. Dass ihr die jahrelang verdienstvolle Trägerschaft des integrativen Kinderhauses gekündigt wurde, könnte man hinnehmen, wäre dies nicht mit rufschädigenden Behauptungen erfolgt, deren vorgeschobene Gründe nicht revidiert wurden. Der bittere Beigeschmack bleibt bestehen.
Doch nicht nur Geborgenheit schenkt die Institution Mutter-Kind-Heim, sie sorgt auch für Achtung gegenüber den Betroffenen, so wie es Jesus beispielhaft tat und der Artikel 1 im deutschen Grundgesetz beschreibt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar…“.
Hildegard Rieder-Aigner
Halfing