Zum Bericht „Operation Babyboomer läuft an“ im Politikteil:
Dass die CDU keine Antwort darauf hatte, wie es mit der Verrentung der „Babyboomer“ gehen soll, ist nicht verwunderlich. Die SPD hat zwar das Konzept der „doppelten Haltelinie“ von Andrea „Pippi“ Nahles, aber das war’s auch schon. Nun wird eine Rentenkommission eingesetzt. Im Artikel war zu lesen, dass auch Vertreter der Arbeitnehmerseite vertreten sind. Das kann nur Annelie Buntenbach sein.
Allerdings: Frau Buntenbach hatte nach ihrem Studium nie ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Als ehemalige MdB ist sie nicht von all den „Segnungen“ der Rentenreformen betroffen. Sie hat Anspruch auf eine Altersversorgung ohne eigene Beiträge.
Auch von den anderen neun Mitgliedern der Rentenkommission wird keiner die gesetzliche Rente beziehen. Sechs sind MdB beziehungsweise ehemalige MdB, drei Professoren und ein AG-Vertreter. Altersarmut unbekannt!
Markus Kurth von den Grünen sagt, man müsse auch darüber nachdenken Beamte in die Rentenversicherung einzubeziehen. Das ist zwar richtig, aber zu kurz gedacht. Einbeziehen muss man auch Politiker, Professoren, Freiberufler, Selbstständige, also alle im Erwerbsleben stehende.
Die einstmals viel belächelte und verspottete Alpenrepublik Österreich macht es uns vor, wie ein solidarisches Rentensystem geht. In einem Vergleich Österreich – Deutschland stünde es 4:0 für Österreich. Das Rentenniveau ist dort deutlich höher: 1:0; das Rentensystem ist deutlich gerechter: 2:0; das Rentensystem ist deutlich armutsfester: 3:0 und es ist deutlich zukunftssicherer: 4:0! Frauen beziehen dort eine durchschnittliche Rente von 1220 Euro, Männer 1820 Euro; bei uns sind es 590 Euro für Frauen und 1050 Euro für Männer! Das gibt zu denken. Minister Heil wäre gut beraten auch von der gesetzlichen Rente Betroffene in die Kommission zu nehmen. So wird das vor allem für zukünftige Rentner zu einem Desaster.
Holger Mairoll
Kolbermoor