Gleiches Recht für alle

von Redaktion

Zur Berichterstattung über den Brenner-Gipfel (Bayernteil):

Similia similibus curantur“ – „Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“. Dieser alte Spruch aus der Heilkunde kommt einem in den Sinn, wenn man diese Autobahnblockaden betrachtet. Unzweifelhaft ist die Inntalautobahn sowohl auf bayerischer als auch auf Tiroler Seite hoch belastet und die Geschwindigkeit, mit welcher die überforderte Politik hier versucht, Abhilfe zu schaffen, erinnert an Schneckentempo. Was aber trotzdem die Tiroler Seite nicht berechtigen darf, ihren Unmut an den bayerischen Nachbarn abzuladen. Es wäre doch durchaus denkbar, die Blockaden in beiden Richtungen durchzuführen. Wenn am Grenzübergang Kufstein nach Tirol pro Stunde nur eine begrenzte Anzahl von Lkw passieren darf – mit Rückstau bis ans Inntaldreieck – könnte man doch in der gleichen Zeit auch in der Gegenrichtung die gleiche Begrenzung einrichten – mit Rückstau vielleicht bis Wörgl. Gleiches Recht (und gleiche Belastung) für alle. Tirol setzt auch auf eine Erhöhung der Lkw-Maut. Deswegen würden bestimmt nicht weniger Lkw fahren, aber: Wenn die Maut im Kasten klingt, die Umwelt ein freundliches Liedchen singt.

Hans Daxer

Marquartstein

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