Zum Bericht „,Vogelschiss‘ in der Geschichte“ und den Kommentar „Gaulands Vogelschiss“ von Dirk Walter im Politikteil:
Alexander Gauland sagt: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ 50 Millionen Tote, Holocaust und totaler Krieg – für die AfD und Gauland nur ein Vogelschiss. Die Partei zeigt ihr wahres, rechtsextremes Gesicht hinter der „bürgerlichen“ Maske. Jetzt muss auch der letzte AfD-Wähler begriffen haben, welchen Leuten die Wählerstimme gegeben wurde. Es muffelt gewaltig in deutschen Parlamenten!
Franz Stampflmeier
Schechen
Auch wenn Gauland provokante Töne von sich gibt – man weiß, was er meint. Viel schlimmer finde ich die Stimmungsmache. Solch eine Reaktion haben Sie sich doch früher bei Franz Josef nie getraut? Zudem hat der Autor hier schlecht recherchiert und verkennt Ursache und Wirkung. Walter schreibt: „AfD und Pegida haben das politische Klima leider verschoben….“ Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Der Zulauf am rechten Rand erklärt sich doch durch die falsche Politik der Regierung. Tendenziöse Berichterstattung sorgt für zusätzlichen Unmut. Der entscheidende Faktor für jede Veränderung ist aber die Mitte der Bevölkerung. Und die scheint bei Ihnen mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. Der Politik fehlt Ausgewogenheit, Balance, die Apothekerwaage (im Wappen von vielen Institutionen). Kein Normalbürger will die Nazis zurück. Aber auch nicht die linken Splitterparteien. Wenn im öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder in den Tageszeitungen der Eindruck entsteht, dass linke Politik dominiert, durch ständige Interviews und Kommentare gefördert, stärkt man den rechten Rand. Schneller als man denkt! Nein, nicht AfD und Pegida haben das Klima im Land verändert. Sie profitieren nur von der zunehmend schlechten Politik. Denken Sie an die Ausgewogenheit – und handeln Sie entsprechend! „Deutschland über alles“ war vom Dichter Hoffmann von Fallersleben (lange vor den Nazis) nie gemeint als Sonderstellung im Reigen der Nationen, sondern als Herzenssache, die Heimat über alles zu stellen in Zeiten der Kleinstaaterei. Es war nie eine Aufforderung zu kriegerischer Eroberung. Darauf könnte man auch einmal hinweisen.
Peter Hildebrand
Söchtenau
Ob Flüchtlings-, Währungs-, Klima- oder Energiepolitik: Auf nahezu allen Politikfeldern belehrt Berlin mit erhobenem Zeigefinger den Rest Europas, es gefälligst Deutschland gleichzutun; alles andere wäre rückschrittlich und europafeindlich. Ich bin mir sicher, dass diese ständige Besserwisser- und Gschaftlhuberei der Freundschaft zwischen den Nationen nicht sonderlich zuträglich ist.
Manfred Koptisch
Waldkraiburg