Zum Bericht „Woche des Leidens“ (Regionalteil):
Wenn die Chefs der Südostbayernbahn (SOB) sagen, Pünktlichkeit sei das entscheidende Kriterium, ist das schon ein erster Schritt, aber eine sehr späte Erkenntnis. Das zeigt, wie überheblich, ja beinahe arrogant sich selbst die SOB-Führung auf andere Dinge konzentrierte, so als ob die immer wiederkehrenden Ausfälle in den vergangenen zehn Jahren noch nie dagewesen wären. Dagegen stehen die Phantasie-Ideen von Zug-Wägen, in den Medien verspottet als „Bimmel-Bahn mit Drehstühlen“. Leider krankt diese späte Reue bis München. Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel und seine Crew haben schon lange den Boden unter den Füßen verloren – der Chef der DB-Netz ebenso. Lustig, dass sich der Schlendrian der Mühldorfer Bahnlinie, möglichst miese Leistung auf maroder Infrastruktur gegen planmäßiges Abkassieren, gepaart mit Vogel-Strauß-Taktik, wie ein roter Faden um die Schienen-Politik der Bahn durch ganz Bayern zieht. Da gelte es politisch anzusetzen, am besten schon vorgestern. Allerdings ist es für tief greifende Maßnahmen ohnehin zehn bis 20 Jahre zu spät. Sämtliche Bundesregierungen seit der Ära Schröder folgten dessen Streichmaßnahmen unter Rot-Grün: blind und links. Was für ein Ausdruck in diesen Zeiten. Das Bahn-Chaos wird noch schlimmer – egal, was die da oben sagen. Sprüche wie „mei, das ist halt so“ will da keiner hören, denn es müsste eben nicht so sein, hätten Bahn, Bundes- und Landespolitik nicht vollkommen mit Ignoranz gepennt! Im Oktober ist wieder eine Wahl und weder Schwarz, noch Rot oder Grün haben sich in der Vergangenheit mit Ruhm bekleckert und die Pendler – als Menschen – ernst genommen. Bahnausbau – dafür war angeblich nie Geld da. Jetzt jammern sie um Wählerstimmen, was für ein Pech.
Michael Wengler
Mühldorf