Keine grundsätzliche Beeinträchtigung

von Redaktion

Zu „Schonende Trassenroute“ (Leserbrief von Heinrich Dhom):

Was mich stört an der derzeitigen Situation, ist die Tatsache, dass aus Sicht der Gegner einer Neubaustrecke regelmäßig angenommen/suggeriert wird, dass die gesamte Bevölkerung der Region diese Meinung teilt. Gegenteilige Meinungen werden kaum akzeptiert, eine demokratische Diskussion findet nicht statt. Das finde ich sehr schade. Ihr Argument, dass durch die Baustelle Ortsteile voneinander abgeschnitten werden, ist meiner Meinung nach populistisch und schlicht falsch. Bei derartigen Projekten wird regelmäßig mit kleinräumigen Umfahrungen gebaut. Jeder Bauingenieur kann das bestätigen, aktuelle Beispiele in der Region finden sich beim Bau der B15 West, etwa beim Brückenbau in Wieden bei Schechen. Im Übrigen pendeln mittlerweile über 35000 Personen täglich aus der Region Rosenheim nach München, die Mehrheit mit dem Zug, von denen einige meine Meinung teilen werden, weshalb ich mich gegen den Vorwurf des Egoismus entschieden verwehre. Wenn wir Bürger aktiv mitarbeiten und darauf drängen, dass bei der dann ausgewählten Trasse überall, wo es aus Landschafts- und Lärmschutzgründen angezeigt ist, untertunnelt wird, sehe ich persönlich nach Fertigstellung keine grundsätzliche Beeinträchtigung unserer schützenswerten Landschaft. Trotz der vorübergehenden Einschränkungen während der Bauzeit bin ich persönlich davon überzeugt, dass mittelfristig die gesamte Region und vor allem unsere Kinder und Enkel davon profitieren werden.

Matthias Dangl

Riedering

Sehr geehrter Herr Dhom, Sie werfen Herrn Dangl vor, dass er mit seiner Meinung total daneben liegt und nur egoistisch denkt. Nach dem Lesen Ihres Beitrages habe ich eine Aufnahme des Inntals aus der Vogelperspektive näher betrachtet. Deutlich erkennbar ist der Inn und immer noch gut erkennbar ist die Autobahn. Um den heutigen Verlauf der zweigleisigen Zugstrecke zu verfolgen, muss man schon sehr genau hinschauen. Warum, frage ich mich, sollten zwei weitere Gleise plötzlich ein ganz anderes Bild ergeben. Ihre überzogenen Argumente einer erheblichen Zerstörung der wunderschönen Landschaft und einer enormen Flächenversiegelung (Versiegelung durch Gleisschotter?) kann ich deshalb keinesfalls teilen. Wer liegt nun mit seiner Meinung daneben? Natürlich dürfen beim Bau Faktoren wie Kosten/Nutzen sowie Lärm- und Schmutzemissionen nicht außer Acht gelassen werden.

Johann Pelzl

Rosenheim

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