Zum Kommentar „Es geht um die Kinder“ von Barbara Nazarewska (Politikteil):
So wie ich die Autorin verstehe, soll die Eizellenspende freigegeben werden, „unter strengen Auflagen“, damit sich die Spenderinnen outen und die Kinder ihre genetische Herkunft erfahren können. Dazu müsste unser „veraltetes“ Embryonenschutzgesetz endlich reformiert werden. Tatsächlich ist es aber so, dass seit der letzten Fassung 1990 nicht einfach die Wissenschaft fortgeschritten ist, sondern auch die Problematiken immer offenkundiger geworden sind. Entsprechend hat man gezögert mit Lockerungen. Inzwischen meldet zwar fast nur noch die (meistens katholische) Kirche grundsätzliche Bedenken an. In ihrem immer noch offiziellen Dokument „Humanae Vitae“ wird gefordert, den Geschlechtsakt nicht aus seiner natürlichen Umgebung herauszulösen. Heute haben wir eine regelrechte Reproduktionsindustrie, und es ist auch zu fragen – weil es ja um die Kinder geht –, welche Welt wir ihnen hinterlassen.
Hans Stahuber
Bad Aibling