Kritik an Russland

von Redaktion

Zu „Zwei Prozent sind zu viel“ (Leserbrief):

Herr Heinisch behauptet, Deutschland sei der zweitgrößte Nato-Zahler. Das ist nicht richtig, da neben den USA auch Frankreich und Großbritannien einen größeren Netto-Beitrag zur Nato leisten als die Bundesrepublik. Skurril wird es, wenn Herr Heinisch fragt, ob sich jemand daran erinnern könne, dass Russland von sich aus Länder angegriffen habe. Hier nur eine kleine Auswahl: Eingreifen im Georgisch-Südossetischen, im Georgisch-Abchasischen Krieg, im Transnistrien-Konflikt jeweils auf der Seite der Rebellen, Militäreingriff im Bürgerkrieg in Tadschikistan, Besetzung des Flughafens von Priština, Invasion und Annexion der Krim, Unterstützung der Rebellen in der Ostukraine, Unterstützung Assads im syrischen Bürgerkrieg und anderes. Noch skurriler ist es aber zu behaupten, Putin habe mit der Besetzung der Krim einen Fehler Chruschtschows (der 1954 die Krim an die Ukraine gab) ausgebügelt. Ebenso könnte man da sagen, Hitler habe 1938 einen Fehler des Versailler Vertrages revidiert, als er erst Österreich und dann das Sudetenland besetzte. Schließlich konnte man auch da das Argument des Selbstbestimmungsrechtes der Völker anwenden. Dass Russland 1994 im Budapester Memorandum die damals bestehenden Grenzen (einschließlich der Krim!) der Ukraine garantierte und im eigenen Land dieses Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht achtet (etwa in Tschetschenien), ist da wohl nicht so wichtig. Kein Wunder allerdings, wenn die baltischen Staaten mit ihren starken russischen Minderheiten ein militärisches Vorgehen Russlands befürchten und sich deshalb der Nato anschließen.

Bernward Schmidt

Prutting

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