Zum Bericht „Die Suche nach dem Rezept gegen Austritte“ (Bayernteil) und zu „Kommunion: Streit um Nebensächliches“ (Leserbrief):
Es ist wohl jedem Menschen seine freie Entscheidung, aus der Kirche auszutreten, sich von der christlichen Glaubensgemeinschaft abzuwenden. Die Gründe hierfür sind sicher vielfältig und es wird schon jeder Ausgetretene mit sich selber vereinbaren wollen und sich sicher gut überlegt haben, den Austritt. Vielmehr ist Gegenteiliges zu sehen in Ihrer Zeitung: die Hochfeste der christlichen Kirche, die jungen Christen bei der heiligen Erstkommunion, der Firmung und der Konfirmation. Meine Geschwister und ich haben das Glück gehabt, in unserer einfachen christlichen Erziehung beide Kirchen, die evangelische und und die katholische Kirche, bei den Hochfesten abwechselnd besuchen und kennenlernen zu dürfen, durch die Zugehörigkeit unserer Mutter zur katholischen Kirche und unseres Vaters zur evangelischen Kirche.
Helmut Materna
Dorfen
Hier geht es ganz und gar nicht um Nebensächliches, sondern um das Entscheidende. Wer aus der evangelischen Gemeinschaft die heilige Kommunion empfangen möchte, kann das nur in der katholischen Kirche und müsste deshalb konvertieren. Nur in der lückenlosen Weihe von und durch die Apostel, die ja den Auftrag Jesu empfangen haben, ist es bis heute möglich, den Leib des Herrn zu empfangen und da gehört auch die heilige Beichte dazu. Alles andere kann nur eine Bedeutung haben, aber niemals als der Leib Christi empfangen werden. Da helfen keine Ökumene und keine schönen Worte, denn Wahrheit bleibt Wahrheit. Jeder Bischof, Priester oder auch der Papst, der anderes behauptet und die Seelen damit verführt, ist ein Wolf im Schafspelz und ein Verräter am Wort Jesu, weil er den Leib Christi nicht von gewöhnlicher Speise unterscheidet und isst und trinkt sich somit das Gericht. Es ist also in keinster Weise nebensächlich. Das Wort Jesu ist und bleibt der Maßstab und nicht irgendeine von Menschen beeinflussbare oder angestrebte Sache. Das sind Tatsachen und keine spitzfindigen theologischen Auslegungen.
Anna Maria Siegerstetter sen.
Neumarkt-St.Veit
Das Rezept ist eigentlich sehr einfach, aber eine Umsetzung wohl nicht machbar. Es ist halt so, dass Probleme nicht von denen gelöst werden können, die die Probleme verursacht haben. In der Wirtschaft hat man da ein paar Werkzeuge, wie das Benchmarking, was nichts weiter ist als die Durchführung einer wettbewerblichen Vergleichsanalyse. In diesem Falle hieße das in der Konsequenz den Austausch des gesamten Führungspersonals, eine komplette Umstrukturierung mit völliger Gleichstellung von Frauen in allen Hierarchieebenen, die Abschaffung des Zölibats sowie die schonungslose Aufarbeitung aller Fehlentwicklungen, als da sind fortgesetzter Missbrauch von Abhängigen in allen Hierarchieebenen, die Leugnung und Vertuschung unzähliger Verstöße gegen Menschenwürde und christlicher Lehre, die ungezählten Menschenrechtsverletzungen in der Vergangenheit sowie der widerrechtlichen Bereicherung bei Mitgliedern und Außenstehenden. Und nicht zuletzt die Inkraftsetzung einer glaubwürdigen Philosophie und Politik, die als oberste Prämisse die unbedingte Pflicht zur Wahrheit festschreibt sowie das beispielgebende und mutige Vorleben des Christentums durch die Führungskräfte, ohne Prunk und Protz und natürlich auch deren Bekenntnis zum Kreuz auch bei der Begegnung mit Andersgläubigen. Dann wären die Kirchen wieder voll, aber die notwendige Schmerzgrenze ist, wie ich fürchte, noch lange nicht erreicht. Papst Franziskus wäre der einzig Glaubwürdige, aber gegen diesen über jahrtausendalten Filz kann er nicht gewinnen.
Georg Igl
Gars