Zum Artikel „Özil tritt als Nationalspieler zurück“ und zur weiteren Berichterstattung (Politik- und Sportteil):
Es ist doch ganz einfach: Özil will nicht mehr an Länderspielen teilnehmen – und damit Schluss. Ich finde es nicht richtig, dass deshalb ein solcher Wirbel in den Medien gemacht wird. Schade, dass sich auch Ihre Zeitung da hineinziehen lässt. Haben Ihre Redakteure nichts Besseres zu tun? Ich glaube, es gibt wesentlich Aktuelleres zu berichten.
Erich Mayr
Stephanskirchen
Diese Debatte um Herrn Özil ist unglaublich. Wenn sich ein deutscher Fußballer mit einem prominenten AfDler hätte ablichten lassen, wäre er verurteilt worden, aber Herr Özil mit Herrn Erdogan ist normal. Wo hat Mesut Özil das Fußballspielen gelernt? In Deutschland! Jugendarbeit kostet viel Geld. In der Türkei wäre er vielleicht nie ein Nationalspieler geworden. Ich hab ihn zum ersten Mal in Südafrika in der Deutschen Nationalelf spielen sehen und da war er gut. Ab da begann der Aufstieg. Ich schau mir jedes Spiel der Nationalelf im Fernsehen an. Herr Özil hat nicht einmal bei der Nationalhymne mitgesungen. Was mir an dem Ganzen nicht gefällt ist: das Trikot mit der Aufschrift „mein Präsident“, das zusammen mit Erdogan auf dem Bild zu sehen ist. Als Deutscher ist das nicht mehr ,,sein Präsident.“ Durch den deutschen Fußball ist er Millionär geworden, das sollte er nicht vergessen. Ich als Nationaltrainer hätte beide, Gündogan und Özil nicht mehr bei der jetzigen Weltmeisterschaft aufgestellt. Jeder deutsche Spieler, hätte er sich mit Putin ablichten lassen, wäre aus der Nationalelf rausgeflogen. Aber nein, das können wir nicht machen, sonst sind wir Rassisten. Es hat ihm auch nicht gefallen, dass er ausgepfiffen wurde, ich finde mit Recht.
Magdalena Weese
Rosenheim
Er habe „dieses Gefühl des Rassismus und der Respektlosigkeit“, tut Özil der Welt kund – vorsichtshalber auf Englisch, damit ihn jeder versteht. Klar, die Rassismus-Keule trifft in Deutschland immer. Und Rassismus ist selbstverständlich eine streng regulierte Einbahnstraße. Ein Immigrant (oder Immigranten-Nachkomme) kann unmöglich ein Rassist sein. Auch dann nicht, wenn er für die Nichtmigranten-Deutschen und deren Lebensweise, politisches System und Kultur Abneigung bis offene Verachtung zum Ausdruck bringt – indem er einem Despoten huldigt, der sämtliche freiheitlich-demokratischen Grundsätze in seinem Land ausgemerzt hat.
Ilona Grimm
Bad Endorf
Mesut Özil war ein sehr guter Fußballspieler. In Deutschland geboren, mit deutschem Pass, war er berechtigt, in der Nationalmannschaft zu spielen. Das war es dann aber auch schon. Er hat seine Wurzeln in der Türkei. Es ist sein gutes Recht, dem nachzugehen und sich mit „seinem“ Präsidenten zu zeigen. Dieser Präsident allerdings hat die deutsche Kanzlerin persönlich schwer beleidigt, er hat demokratische Rechte, die bei uns Grundlage des Zusammenlebens sind, außer Kraft gesetzt. Das weiß Herr Özil. Deshalb war das gemeinsame Auftreten ein Statement für Herrn Erdogan, somit eindeutig ein politischer Akt. Sich dazu äußern wollte sich Herr Özil nicht. Zur Integration gehören immer zwei Seiten. Ich denke, Herr Özil hatte alle Möglichkeiten sich einzubringen. Sein Verhalten hat gezeigt, er wollte es nicht. Erst nach Wochen hat er sich geäußert (in englischer Sprache!). Aber auch das ist sein Recht. Dann soll er eben gehen. Niemand braucht jetzt über gescheiterte Integration zu reden. Das käme den vielen tausend – in diesem Fall Türken – nicht gerecht, die wahrlich ein Miteinander leben. Kein Vebandsboss, kein Politiker, muss jetzt diese Situation für sich ausschlachten. Damit ist dem deutschen Millionär Özil, der in England lebt, zu viel Ehre erwiesen.
Jürgen Zink
Rosenheim
Özil hat die Nationalelf verlassen, weil er sich rassistisch behandelt fühlt. Könnte es sein, dass das womöglich gar nicht stimmt? Er hatte 2007 die türkische Staatsangehörigkeit abgelegt und sich für die deutsche Nationalmannschaft entschieden. Das hätte er nicht zu tun brauchen. Er hätte genauso gut für die türkische Nationalmannschaft spielen können (wie Ünsal Arik, der als Deutschtürke für die Türkei boxt). Das hat er aber nicht getan. Warum wohl? War der Grund einfach die Tatsache, dass es hier im Gegensatz zu da die lukrativen Werbeverträge gab, das Geld und den Ruhm? Ich frage mich darüber hinaus, wieso es Rassismusvorwürfe nicht von Deutsch-Italienern, Deutsch-Franzosen, Deutsch-Russen oder Deutsch-Polen (Klose und Wiese) gibt? Die Antwort hierzu liefern die in der Region hierzu befragten und im Artikel zitierten Trainer, Manager und Spieler mit türkischem Migrationshintergrund: Özil habe durch seine Aussagen in der gesamten muslimischen Welt Heldenstatus erlangt. Wieso eigentlich? Stünden jetzt die gleichen Vorwürfe im Raum, wenn Özil Atheist, Buddhist, orthodox oder protestantisch gewesen wäre?
Ruth Neumann
Bruckmühl
Zum Thema „Özil“ sehe ich eine Rangliste: Klimawandel, Terrorismus, Flüchtlinge, Nordkorea, Donald Trump, Asylanten, EU, Europaprobleme, Brennertunnel, umgefallenes Fahrrad… Özil.
Wolfgang Reimann
Neubeuern