Zum Bericht „Heils Rentenplan sorgt für Ärger“ und zu „Immer mehr Rentner haben Minijob“ (Politikteil):
Der BDA kritisiert das Renten(murks)konzept von „Sozial“-Minister Heil: „Die Zusatzleistungen würden allein bis 2030 mit rund 75 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Davon werden rund 65 Milliarden Euro die Beitragszahler schultern müssen.“ Das heißt, auch hier werden soziale Leistungen zum größten Teil auf die versicherungspflichtig Beschäftigten und Rentner abgewälzt, wodurch die zukünftigen Renten und Bestandsrenten geringer ausfallen. Die „doppelte Haltelinie“ hat der Minister von Andrea Nahles übernommen. Damit wird für Normalverdiener der spätere Rentenanspruch nicht mehr für einen würdigen Ruhestand reichen. Beispiel: Ein Arbeitnehmer verdient 45 Jahre so viel, wie ein Rentenpunkt ausmacht (derzeit brutto 3022 Euro/Monat), dann erhält er eine Bruttorente von 1441,35 Euro! Nahles: „Die Stabilisierung des Rentenniveaus ist nicht, was wir verschenken. Das haben sich die Menschen verdient.“ Verdient haben sich die Menschen keine Almosen, sondern ein soziales, solidarisches Rentensystem! Und das sieht so aus, dass eine Erwerbstätigenversicherung eingeführt werden muss, wie sie im Parteiprogramm der SPD steht. In Österreich funktioniert diese Erwerbstätigenversicherung. Nun hat Heil eine Rentenkommission eingesetzt, die bis 2020 (!) einen „verlässlichen Generationenvertrag“ erarbeiten soll. Leider sind in der Kommission nur Politiker und Wissenschaftler, die nicht auf die gesetzliche Rente angewiesen sind. Ob sie die Nöte der arbeitenden Bevölkerung und Rentner kennen? Ein gesetzlicher Beitrag aller zur Rentenversicherung würde für Gering-, Gut- und Besserverdiener eine deutlich höhere Rente bedeuten, die Altersarmut so gut wie unmöglich macht. In der gleichen Ausgabe war ein kurzer Artikel, dass die Zahl der Rentner mit Minijob steigt. Das machen die nicht, weil es so schön ist, sondern weil sie leben wollen!
Holger Mairoll
Kolbermoor