Zum Fall Özil und zum Thema Integration:
Am Dienstag drei ganze Seiten, am Mittwoch zwei ganze Seiten, am Donnerstag eine halbe Seite zum Rücktritt eines Fußballers aus der Nationalmannschaft, der damit nur seinem Rauswurf zuvorkommen wollte. Angesichts wirklich drängender Probleme unserer Gesellschaft diesem Ausscheiden eine derartige Aufmerksamkeit und damit zu gesellschaftlichem Gewicht zu verhelfen, grenzt schon wahrlich an Dummheit. Liebe OVB-Redaktion, und auch andere Medien, hört endlich auf damit. Es ist keine nationale Katastrophe und trifft auch nicht „ins Herz der Gesellschaft“, wenn in China ein Sack Reis umfällt. Genauso unwichtig ist, was Özil tut. Seine unflätigen Äußerungen sollte man nicht kommentieren, sondern besser darüber nachdenken, wie man ihn dafür gerichtlich belangen kann. Traurig nur, dass alle Medien seinen bewussten Provokationen auf den Leim gehen. Über die Wortwahl von Uli Hoeneß kann man geteilter Meinung sein, in der Sache hat er recht.
Wolfgang Pfannkuchen
Riedering
Die Affäre Özil ist für die Integrations-Romantiker ein herber Rückschlag. Für ihre Integration wurde die deutsche Fußball-Nationalmannschaft als vorbildlich gelobt. Das hat sich jetzt als Trugschluss erwiesen. Die hochbezahlten Fußballer hält nur der Erfolg zusammen und damit ihr Marktwert. Der in den letzten Jahren überbewertete Fußballer Özil hat sich durch sein stures Verhalten in eine missliche Lage gebracht und versucht nun, sich mit einem verbalen Rundumschlag zu rechtfertigen. Seine Argumente sind in manchen Passagen nachvollziehbar. Der Vorwurf des Rassismus ist aber unverschämt. Wie es mit dem Willen zur Integration bei uns bestellt ist, kann man an den Kommentaren von Migranten in den Medien hören und lesen. Ein Fußballmillionär ist aus verschiedenen Gründen ein schlechtes Beispiel für Integration. Eine Integration gelingt nur, wenn sie bei der Bevölkerung von unten kommt und alle mitmachen. Da gibt es genug Beispiele. Es dauert aber eine lange Zeit, bis es so weit ist. Die Streitigkeiten und Ratschläge von Politikern und Experten bewirken da wenig.
Günter Bellaire
Rosenheim