Zur Berichterstattung über die Wohnungsnot (Politik- und Wirtschaftsteil):
Lassen Sie mich Prien als Beispiel nehmen. Um 19,6 Prozent ist seit 2014 etwa auf der Goethestraße laut Immobilienscout24 die Miete angestiegen. Für den Kreis Rosenheim im selben Zeitraum haben wir eine Mietsteigerung von 18,1 Prozent: Wir haben nicht genügend bezahlbaren Wohnraum. Und wir müssen jetzt anfangen, etwas dagegen zu tun. Wie erhalten wir schnellstmöglich zusätzlichen Wohnraum? Geben Sie in Google ein „Wie viele Ferienwohnungen gibt es in Prien?“ Antwort: „121 Ergebnisse.“ Geben Sie in Google ein „Wie viele AirBNB-Wohnungen gibt es in Prien?“ Antwort: „Mehr als 300.“ Und dann lesen Sie beim „Bayerischen Landesamt für Statistik 2017 „62- prozentige Auslastung der angebotenen Betten in Prien“. Ergo stehen fast die Hälfte der angebotenen Betten leer! Mein Appell an die verantwortlichen Politiker: Wir sollten ab sofort keinem weiteren Bau von Ferienwohnungen zustimmen. Auf keinen Fall weitere Genehmigungen für AirBNB-Wohnungen aussprechen. Stattdessen: Die genaue Anzahl von AirBNB-Wohnungen feststellen und eine sinnvolle Quote ermitteln, wie viele Ferienwohnungen/AirBNB-Wohnungen in Prien erlaubt werden. Alle anderen werden zu Mietwohnungen! Gerade in Prien haben wir mit Hotels und Pensionen genügend Kapazitäten. Und auch wenn nicht – dann sollte uns das Unterbringen von Mietsuchenden mehr Wert sein als eine Gästebewirtung. Ökologisch und ökonomisch bilden neue Mieter für die Gemeinde eindeutig eine dauerhafte Win-win-Situation. Man sollte auch dem Vermieter mehr Rechte gegenüber einem unguten Mietverhältnis eingestehen – aber im Umkehrschluss ist der Immobilieneigentümer mehr in die Verantwortung zu nehmen, was er mit seiner Immobilie macht. Lassen Sie uns anfangen.
Michael Haps
Prien