Zum Bericht „Aufstehen für Weltoffenheit“ (Politikteil):
Bischof Bedford-Strohm forderte nach Chemnitz zur Zivilcourage gegen Leute auf, welche die „Weltoffenheit“ kaputt machen wollten. Hätte der Bischof doch selbst Zivilcourage gezeigt, anstatt in Israel feige sein Kreuz abzunehmen. Freilich darf es bei uns keinen Rassismus, Antisemitismus oder gar Hetzjagden auf Asylanten geben. Es ist aber nicht Aufgabe eines Bischofs, vor Wahlen eine Partei, egal wie man zu ihr steht, offen zu kritisieren und gegen diejenigen Demonstranten von Chemnitz zu hetzen, die keine Nazis oder Rassisten sind, aber auch keine Multikulti-Träumer und Realitätsverweigerer und sich wohl berechtigte Sorgen um die Verhältnisse im Land machen. Ist es Weltoffenheit oder schon fast idiotische Toleranz, wenn sich Bedford-Strohm darüber ausschweigt, wie Christen in muslimisch dominierten Ländern unterdrückt leben? Warum weist er nicht immer mit Zivilcourage darauf hin, dass in der Türkei die 0,2 Prozent verbliebenen Christen (von einmal 30 Prozent vor dem Ersten Weltkrieg) gerade unter Möchtegern-Sultan Erdogan und seiner Partei ständig Repressalien ausgesetzt sind, indem christliche Kirchen geschlossen und enteignet werden, die Ausbildung von Priestern, das Verbreiten von Bibeln und christlicher Literatur verboten ist? Gleichzeitig fordern von Erdogan gesteuerte Muslimverbände in Deutschland immer mehr Rechte ein. Wenn Weltoffenheit mit Unwissenheit gepaart ist, wäre Mut zur Offenheit besser.
Anton Heise
Unterwössen