Waldkraiburger Pflegekräfte

von Redaktion

Zum Artikel „Wo Waldkraiburger Pflegekräfte der Schuh drückt“ (Lokalteil):

An dem im Artikel angesprochenen, von der SPD Waldkraiburg initiierten „Pflegetag“ habe ich auch teilgenommen. Einige wesentliche Punkte, die den Heimen und den dort beschäftigten Pflegekräften auf den Nägeln brennen, sind prägnant angesprochen worden. Darüber hinaus erachte ich aber die Realisierung einiger Forderungen, die sich vor allem an die Politik richten, für unumgänglich, um den Pflegenotstand bewältigen zu können. Der von Fachleuten prognostizierte ständig steigende Bedarf von stationären Pflegeplätzen und den erforderlichen Pflegefachkräften erfordert Sofortmaßnahmen. Ein kompletter Neustart in der Pflege ist unabdingbar. Es muss mithilfe eines „Masterplans“ mehr Geld ins System. Fachleute halten zwölf Milliarden Euro jährlich für erforderlich; drei bis vier Milliarden Euro reichen wohl nicht aus, so das „Institut für angewandte Pflegeforschung“. Absolut vorrangig ist ein Mindestpersonalschlüssel in Pflegeheimen, der aber bundeseinheitlich verbindlich sein muss. Wichtig ist, so kam es auch in den Waldkraiburger Heimen sehr stark zum Ausdruck, der Abbau von Bürokratie, etwa bei den Dokumentationspflichten. Zur Nachwuchsgewinnung wäre eine breit angelegte Imagekampagne sinnvoll. Bund, Länder und Kommunen, Arbeitgeber, Gewerkschaften sowie Experten und Organisationen sollten an einem Tisch zusammenkommen. Ein „Masterplan Pflege“ zur Festlegung von Rahmenbedingungen in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Diensten ist ebenfalls notwendig. Der Aussage des Geschäftsführers Dieter Müller-Ostermaier („Heim Mechthild“) bei unserem Besuch, „Die Politik sollte die Pflegebranche mit offenen Augen ansehen“, kann man nur beipflichten.

Gert Hilger

Waldkraiburg

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