Bahnausbau ein Wahlkampfscherz?

von Redaktion

Zu dem Bericht „Elektrifizierung wird realisiert“ (Lokalteil):

Seit mindesten 35 Jahren kommt dieses Thema vor den Landtagswahlen in die Zeitung und wird auch immer wieder kommen. So ein schönes Thema kann man sich nicht entgehen lassen! Es war schon im Bundeswegplan, aber dann wurde es wieder zurückgestellt. Es wird ja noch gebraucht. Also liebe Pendler, nur Schall und Rauch. Bis zu den nächsten Wahlen.

Peter Eschenfelder

Waldkraiburg

Zur Wiesn-Zeit erleben selbst sporadische Bahn-Kunden der Südostbayernbahn, wie die wahren Verhältnisse im Lande sind – auf dem einen Gleis. Mancher schimpft über den lahmen, zweigleisigen Ausbau. „1990 hätte es schon losgehen sollen!“ äußern da Rentner im Zug. Ob da die neuerlichen, politischen Jubel-Arien bezüglich des Ausbaus der Bahn München – Mühldorf – Freilassing ein Wahlkampfscherz oder nach der gefühlt 1000. Ankündigung tatsächlich ernst gemeint sind? Man mag Ministerpräsident Dr. Markus Söder und seiner CSU viel zutrauen, aber das? Gerade Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer war schon einmal Staatssekretär in dem Haus in Berlin und hat was bewegt? Nichts. 2030 wird nun genannt. In zwölf Jahren soll fertig sein, was seit 1990 kaum voranging? Da müssten wahre Wunder geschehen, die Vergangenheit hat uns anderes gelehrt. Vor allem, weil es gerade die Politiker aus der Region waren, die Kritiker immer verspottet und teils ausgelacht haben. Wer erinnert sich nicht an die Worte eines Bundesverkehrsministers Dr. Peter Ramsauer aus Traunstein, der die Kritik der heimischen Wirtschaft am lahmenden Ausbau als „Kettenrasseln“ oder Ähnliches bezeichnete. Seit 1985 steht der Ausbau der heimischen Bahn im Bundesverkehrswegeplan, in welcher Dringlichkeit auch immer. Daran hatten auch die Grünen mit der SPD unter Schröder in Berlin ihren Anteil. In den 90er-Jahren hieß es: Mit Tempo 200 ins Jahr 2000. Man benötigte für wenige Kilometer (weniger als 20 von über 142) von 2005 bis ins Jahr 2017. Wer glaubt da noch solchen Hurra-Meldungen, um Stimmen von denen zu erobern, die früher mal an solche Ankündigungen geglaubt haben? Eine kaputt gesparte Infrastruktur, Wasser auf die Mühlen enttäuschter Bürger kurz vor der Wahl.

Michael Wengler

Mühldorf

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