Autokonzerne auf falschem Kurs

von Redaktion

Zum Bericht „VW-Chef: Feldzug gegen Auto“ (Titelseite):

Jetzt wird das schärfste Schwert ausgepackt – Arbeitsplätze! In Deutschland herrscht nahezu Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel, aber VW-Chef Diess fordert mit Verweis auf zehntausende gefährdete Arbeitsplätze mehr Unterstützung durch die Politik. Ist es nicht peinlich genug, dass unsere „Premiumhersteller“ ihre selbst gesteckten Abgasziele – die Abgasnormen wurden doch praktisch von der Auto-Industrie selbst geschrieben – nur durch Betrug einhalten konnten!? In Deutschland sollen geprellte Verbraucher mit einem Konjunkturprogramm (Umweltprämie) für neue Milliardengewinne sorgen. Auch auf Kosten der Umwelt, weil wenige Jahre alte Autos verschrottet werden und neue mit hohem Energieaufwand hergestellt werden. Gleichzeitig werden wirtschaftliche Werte der Verbraucher, die die Altfahrzeuge darstellen, vernichtet. Die Autoindustrie produziert weiter ineffiziente, fast zwei Tonnen schwere -SUV-Bomber. Wo bleiben denn die echten Innovationen der Autokonzerne? Im Grunde geht es bei zukunftsfähiger Mobilität nicht um Abgasgrenzwerte. Der Schlüssel ist Effizienz. Es ist seit mindestens 20 Jahren möglich, Automobile zu bauen, die einen Verbrauch unter drei Litern/100 Kilometer erreichen. Dabei würden sich der Kohlendioxid-Ausstoß und alle anderen Emissionen um fast 75 Prozent reduzieren. Aber die Physik lässt sich nicht betrügen. Für zwei Tonnen Blech mit elektrisch schließenden Türen, siebzehn Airbags, Allradantrieb für die Breitreifen und Motoren, die diese SUV (Sinnlos unnütz Vehikel) mit 220 km/h über die Autobahn jagen, ist sehr viel Energie nötig. Daran kann auch die beste Abgastechnik nichts ändern. Die Politik fördert diesen Irrsinn noch steuerlich. So wird das nix mit Klimaschutz und Mobilität der Zukunft.

Markus Herrmann

Prien

Artikel 1 von 11