Demut und Buße für die Kirche

von Redaktion

Zur Berichterstattung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche (Politikteil):

Priester und Ordensleute sollten eigentlich Vorbilder sein. Der weitaus größte Teil, die ihren Dienst treu erfüllen, leidet unter der Pauschalverurteilung. Doch schauen wir uns unsere Gesellschaft genauer an: Raub, Terror, Unterdrückung, Mord und Fälle von Missbrauch durch Eltern, Verwandte, Verantwortliche in Sportvereinen, Lehrer sind fast schon an der Tagesordnung. Anstand, Rücksicht, Einsicht, Nachsicht und Vergebung sind heute für viele überkommene Begriffe aus der Vergangenheit. Vielen geht es nur noch ums Geld, Macht und selbstbezogenes Vergnügen. Das Wort Nächstenliebe kennt heute ein großer Teil nicht mehr. Wenn Kardinal Marx sagt: „Viele glauben uns nicht mehr“, möchte ich sagen, viele glauben überhaupt nichts mehr. Das Thema Glaube und Gott existiert heute bei vielen Menschen nicht mehr, denn wenn ich an Gott glaube und versuche, meinen Mitmenschen zu achten und zu lieben, dann kann ich ihm, besonders Kindern, nicht das antun, was leider immer wieder geschieht. Viele fordern jetzt, das Zölibat für Priester aufzuheben. Vielleicht wäre dies sinnvoll. Der Zölibat ist aber nicht allein der Grund für den Niedergang unserer Kirche, sondern auch, dass Geistliche oftmals, je höher sie im Rang steigen, den Zugang zu den wirklichen Bedürfnissen und Problemen der Menschen verlieren. Die verbleibenden Pfarrer können sich mit oft sechs bis zehn Pfarreien abstrampeln, während die hochwürdigen Herrn Prälaten in Ordinariaten und Palais residieren, anstatt auf das Land zu den Christen zu fahren, die noch zu ihrer Kirche halten. Es müsste ein gewaltiger Ruck von Demut und Buße durch unsere Kirche gehen. Da müssten aber die Kirchenführer anfangen. Aber auch wir sollen für unsere Kirche und Priester beten.

Walter Glück sen.

Haag

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