Zum Bericht „Strategiefehler? Freie Wähler uneins“ und zum Kommentar „Hofers Eigentor“ (Regionalteil):
Warum sind die Bürger mit unseren Politikern und den Regierenden zumeist unzufrieden? Am Beispiel Freie-Wähler-Strategie wird einmal mehr bewiesen, dass die Fähigsten und Besten in der Parteipolitik verhindert werden, wenn persönliche Interessen um Posten oder Macht Vorrang haben. Christine Degenhart wäre aufgrund ihres Werdegangs als Landtagsabgeordnete für den Souverän als auch die FW ein Glücksfall gewesen. Sie ist nicht von ungefähr Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer. Auch in gesellschaftlichen und besonders sozialen Bereichen ist sie kompetent und engagiert. Eine starke Frau, die nicht abnickt der Karriere zuliebe, ist für Parteiobere oft unbequem. Frau Degenhart hätte aufgrund ihres vielschichtigen Wissens und ihrer Erfahrungen bei den anstehenden Verhandlungen zur Bildung einer Regierung sowohl für die FW und vor allem für uns Wähler zum Wohle des Volkes fruchtbar mitwirken können. Die FW-Partei hat durch das Verhalten von einigen die Chance als Zukunftspartei vertan.
Horst Fischer
Rosenheim
Strategien bei der Erstellung einer Kandidatenliste erschließen sich dem Wähler oft nicht unbedingt auf den ersten Blick, da viele Interessen zu berücksichtigen sind. Für die Freien Wähler war es wichtig, Frauen gut vertreten zu sehen – immerhin fast paritätisch bis zur Position 20 – und eine Ausgewogenheit innerhalb der Regionen Oberbayerns herzustellen. Ziel der Region 18 war es, einen Platz im Landtag zu besetzen, um einen Abgeordneten vor Ort zu haben, der in der Region die basispolitische Arbeit mit vollem persönlichen Einsatz und einer Geschäftsstelle für die Freien Wähler von München aus unterstützen würde. Ein möglicherweise größerer Bekanntheitsgrad von Frau Degenhart durch ein Amt der Kammerpräsidentschaft war in einer Abstimmung, die ich mit zwei Dritteln Mehrheit für mich entschied, nicht ausschlaggebend. Durch alle Parteien hindurch haben die ehrenamtlichen Bewerber einen enormen persönlichen Einsatz gegeben, sich intensiv vorbereitet und Kenntnisse angeeignet, ihre freie Zeit aufgewandt und sich finanziell eingebracht. Neben vielen guten Gesprächen mussten sie sich zum Teil harscher Kritik stellen und wurden bisweilen auch beschimpft. Für das Wahlergebnis zählte allein die Summe der Erst- und Zweitstimmen, nicht die Positionen, denn ein Vorhäufeln ist bei der Landtagswahl nicht möglich! Natürlich muss man sich mit dem Wahlausgang kritisch auseinandersetzen. Womöglich hätte uns Teamarbeit den gewünschten Erfolg beschert, aber dazu gehören halt zwei, gegenseitige Anerkennung und Begegnung auf Augenhöhe. Das insgesamt gute Ergebnis der Freien Wähler in den Rosenheimer Wahlbezirken ist mit Sicherheit auch beiden Kandidatinnen zu verdanken und sollte nicht schlechtgeredet werden.
Mary Fischer
Rimsting