Zu den Berichten „Planungsdialog des Brenner-Nordzulaufs“ und zu „Grüne: Scheuer ist planlos“ (Regionalteil):
Die Inntal-Bürgermeister kritisieren die dort geplanten vier Verknüpfungsstellen. Zunächst ist festzustellen, dass man nur eine davon benötigt. Für die Auswahl der Örtlichkeit darf man nicht das Pferd von hinten aufzäumen. Die Stelle richtet sich nach der ausgewählten Grobtrasse und nicht umgekehrt. Und dazu dient das Dialogverfahren mit der Umsetzung des Kriterienkatalogs. Es kann natürlich dazu führen, dass eine ansonsten akzeptable Grobtrasse aus verschiedenen Gründen (etwa Geografie, Geologie, Naturschutz) eine Verknüpfungsstelle an einer nicht so optimalen Stelle erfordert. Das wird wegen der Enge und Bebauung des Inntals der Fall sein. Wichtiger ist aber die Auswahl der Trasse. Die Inntalgemeinschaft geht davon aus, dass die von ihnen veranlasste „Kritische Stellungnahme“ der Firma Vieregg-Rössler den fehlenden Bedarf der Neubautrasse nachweist und im Gemeindeforum Rosenheim-Süd hat man die Mitarbeit ausgesetzt. Es ist sicher zu kritisieren, dass das Bundesverkehrsministerium es bisher unterlassen hat, den Bedarf eindeutig nachzuweisen. Aber dieser Nachweis wird hoffentlich bald kommen. Deshalb wäre es unverantwortlich – auch gegenüber den Anliegern an den Bestandstrassen und Österreich – jetzt das Planungsverfahren für die Neubautrassen auszusetzen, welches sich ganz am Anfang befindet. Man sollte sich bewusst sein, dass man mit einer Verweigerungshaltung im Dialogprozess keine Neubautrasse verhindern wird, dass man aber die Mitgestaltungsmöglichkeiten aufgibt, gerade was die Forderung nach maximaler Untertunnelung betrifft. Im Planfeststellungsverfahren wird man solche nicht mehr haben.
Manfred Kreibig
Pocking
Bei einem Ausflug ins Kaisergebirge eröffnete sich ein schöner Blick ins Inntal. Über dem Alpenvorland bei Rosenheim war aber eine dunkle Dunstschicht zu erkennen. Es gab eine typische Inversionswetterlage mit wenig Wind, bei welcher sich Schadstoffe und Feinpartikel in den unteren Luftschichten sammeln konnten. Einen erheblichen Beitrag dazu hat sicherlich der Kfz-Verkehr geleistet. Bei solchen Impressionen sollte das Fernziel im Bewusstsein bleiben, möglichst viel Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Die Deutsche Bahn schreibt in einer Mitteilung am 26. Oktober 2018, dass mit dem Brenner-Nordzulauf bis zu 400 Züge pro Tag möglich werden sollen. Das ist auch mit neuer elektronischer Signalgebung auf der Bestandsstrecke nicht zu schaffen. Es lohnt sich der Vergleich mit anderen aktuellen Neuplanungen für den Schienenverkehr, zum Beispiel zur zusätzlichen Trasse zwischen Fulda und Frankfurt am Main und zum Erzgebirgsbasistunnel zwischen Prag und Dresden. Die Erfahrung mit Bürgerprotesten zeigt, dass heutzutage die Neutrasse so weit wie möglich als Tunnelstrecke ausgeführt werden sollte, um Eingriffe in die Landschaft und in gewachsene Siedlungsstrukturen gering zu halten. Dafür allerdings sollten die Kosten nicht gescheut werden – im Interesse von Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Michael Ton
Oberaudorf