Zu: „Strom bis Wasserburg – Filzenexpress–Bahnstrecke wird elektrifiziert“:
Zunächst einmal ist die Steckenbezeichnung irreführend, weil das Gleis nur bis Reitmehring verläuft und eine Instandsetzung der Altstadtbahn nicht geplant ist. Auch wenn Reitmehring von der DB in Wasserburg-Bahnhof umgetauft wurde, bleibt für die echten Wasserburger eine nicht barrierefreie und vor allem nicht staufreie Distanz, die man entweder mit dem eigenen Pkw oder mit dem Bus bewältigen muss. Weiter heißt es, dass eine künftige S-Bahn-Station in Reitmehring wohl eine Verbesserung für die Wasserburger Pendler sei, aber nur, wenn es sich um eine Expressbahn handeln würde, die nicht an allen Stationen Halt macht. Denn sonst seien die Pendler sogar noch länger unterwegs als sie es momentan mit Umsteigen in Grafing sind. Wenn man mal die Strecke fährt und – anstatt in sein Smartphone – aus dem Fenster sieht, merkt man, dass eine Expressbahn, die in Edling, Hochhaus, Gschwendt, Brandstätt, Forsting, Tulling, Steinhöring und Oberndorf unglaublich nah (teilweise weniger als zehn Meter Gleisabstand) an Wohnhäusern vorbei führt, fast als brutal bezeichnet werden kann. Wo sich jetzt der Filzenexpress behutsam durch die Orte fügt, würde dann im 40- oder sogar 20-Minuten-Takt eine Expressbahn vorbeibrausen. Die Anwohner hätten eine Doppelbelastung: Mehr Lärm und eine Dauerbelastung durch elektromagnetische Felder. Der Filzenexpress als Zubringer zu S-Bahn und Schnellzug in Grafing oder Ebersberg ist eine tolle Sache. Würden nicht ein oder zwei zusätzliche Züge mit Rußpartikelfilter und/oder Katalysator pro Richtung in den Stoßzeiten vorteilhafter, kostensparender und wirklich sauberer für alle Betroffenen sein? Weniger ist manchmal mehr und im Land von Laptop und Lederhose sollte auch von der Lederhose etwas übrig bleiben.
Elisabeth Auer
Tulling