München-Boom-Problem hausgemacht

von Redaktion

Zu: „Wie Bayern in zwei Teile zerfällt“ (von Sebastian Hölzle):

Die Politik, in Bayern eine bestimmte Partei, hat bei der größenwahnsinnigen Idee, ein Silicon Valley nur in München zu errichten, vergessen, die oberbayerische Bevölkerung mitzunehmen. Nun weiß die einheimische Bevölkerung nicht, warum Oberpfälzer und Niederbayern hier herziehen. In der IT-Branche sind nämlich wenig Oberbayern anzutreffen. Nun unken die Oberbayern, weil Oberpfälzer und Niederbayern in deren Augen rückständig sind. Bei Feststellung, dass es nicht so ist, folgt der Neid, aber auch Verärgerung, weil die Mieten und Grundstücke sich unendlich verteuern. Auf meine Nachfragen kennen 99,9 Prozent der Hiesigen nicht einmal den historischen Hintergrund, warum Bayern in verschiedene Regierungsbezirke aufgeteilt ist. Im Zeitalter der Digitalisierung ist es eine Fehlentscheidung, fast alle EDV- und IT-Unternehmen nur an einer Stelle aufzubauen und damit anderen Ortes eine Verödung einzuleiten.

Richard Sturm

Raubling

Ich bin selbst gerade in der Gründungsphase eines IT-Start-ups und würde dieses liebend gerne hier vor Ort ansiedeln. Das Problem ist die Internet-Anbindung! Der Ausbau des DSL16-Anschlusses wurde erst von VDSL100 auf den VDSL50 zurückgestuft und dann wenige Tage vor dem Umstellungstermin storniert. Angeblich an dem Standort nicht möglich, obwohl im Ausbaugebiet gelegen. Keine genauere Begründung durch die Telekom trotz mehrfacher Nachfragen. Für einen Glasfaser-Ausbau auf eigene Kosten habe ich mir ein Angebot machen lassen, die knapp 22 000 Euro zuzüglich Eigenleistungen sind aber leider nicht zu stemmen, ohne Investor in der Hinterhand. Alternativen? Kabel-Deutschland/Vodafone- Anschluss ist im Keller, aber darüber gibt es nur Fernsehen. Mobilfunk: GSM auf dem Balkon, kein Empfang im Haus, von UMTS oder gar LTE brauchen wir gar nicht zu sprechen. Ein IT-Unternehmen mit 1,2 Megabit Upstream, über die ich Video-Konferenzen sowie Online-Schulungen abhalten und Anwendungen hochladen muss, ist einfach undenkbar. In München habe ich jetzt eventuell die Möglichkeit in ein Inkubator-/Accelerator-Programm reinzukommen, Infrastruktur würde für ein Jahr kostenlos gestellt. Wohin, glauben Sie, geht die Tendenz?

Manfred Tremmel

Schwindegg

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