Enttäuschungen nach der Landtagswahl

von Redaktion

Zur „CSU-Reaktion auf die verlorenen Stimmen bei der Landtagswahl“ und zum Ausgang der Bezirks- und Landtagswahl“:

Das Wählerverhalten bei der Landtags- und Bezirkstagswahl verstehe ich in keiner Weise. Die bayerische ÖDP hat viele Volks- und Bürgerbegehren initiiert, wie zur Abschaffung des bayerischen Senats, zur Verkleinerung des Landtags, für die Streichung der fünf Standorte für neue Atomkraftwerke, für einen konsequenten Nichtraucherschutz, für die Abschaltung des Kohlekraftwerks München-Nord. Sie hat erreicht, dass Eltern vom Büchergeld an bayerischen Schulen befreit, dass der Genmais-Anbau in Bayern gestoppt und die Studiengebühren in Bayern abgeschafft wurden und war an vielen weiteren Bürgerbegehren maßgeblich beteiligt. Sie hat damit gezeigt, dass sie sich für viele Belange der Bürger einsetzt. Stattdessen haben viele Wähler ihre Stimme an einen zusammengewürfelten Haufen, im wahrsten Sinne des Wortes, verschenkt. Diese Partei hatte bisher außer Stammtischparolen nichts aufzubieten. Warum eine Partei gewählt wird, die wahrscheinlich über fünf Prozent der Stimmen erzielt, ist mir schleierhaft. Am Info-Stand hören wir oft, die ÖDP hat zwar ein super Programm, aber wir wählen euch nicht, weil ihr es nicht über die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Da frage ich mich: Wenn sie unser Programm so gut finden, warum wählen uns dann so wenige bei den Europa-, Bezirkstags- und bei den Kommunalwahlen?

Sebastian Hamberger

Rosenheim

Traurig und ratlos stehen wir jetzt da. Es war ein guter Wahlkampf der SPD und unsere Kandidaten haben wirklich alles gegeben, das kann man wohl sagen. Waren sie nicht frech genug? Haben sie den Wählern zu wenig Mut gemacht? Frau Kohnen hat sich sehr ehrlich und kämpferisch gegeben. Hat ihr es jemand geglaubt? Frau Burgmaier ist durch den Landkreis gejagt, hat alles Mögliche versucht. Warum ist das bei den Wählern nicht angekommen? Das große Debakel war natürlich Berlin. Wenn eine Frau Nahles Pipi Langstrumpf im Bundestag parodiert oder „Ätschi-Bätschi“ ruft, kann man die doch nicht mehr ernst nehmen. Es heißt ja, der Bürger vergisst nichts. Ich glaube, diese unselige Bundestagswahl mit einmal hin und einmal her hat damals schon für die Bayern-SPD die Weichen gestellt. Mir tut es echt leid für alle guten SPDler, die das jetzt ausbaden müssen. Da lob ich mir die Grünen: Alles ist Spaß, alles ein Spiel. Das wollen die Wähler anscheinend. Das Elend von armen Rentnern, alleinerziehenden Müttern, Wohnungsnot oder unbezahlbare Mieten – was kümmert das uns? Wir sind jetzt stark, aber was nützt das dem kleinen Mann auf der Straße? Die CSU hat ja ein ähnliches Debakel erlebt und kann sich auch bei ihrem Oberhäuptling in Berlin dafür bedanken. Herr Söder war mir etwas zu flapsig und zu selbstsicher. Was mich aber am meisten bestürzt hat, ist der Einzug der AfD. Sind die Leute denn schon so blind geworden, das sie nur noch die AfD als Retter sehen? Was kann, was wird sie ändern? Da kann ich nur sagen armes Deutschland, armes Bayern!

Irmgard Wagner

Riedering

Kaum ist die Landtagswahl gelaufen – man sollte meinen, dass die CSU endlich kapiert hat, nun den Wählerwillen zu respektieren – da geht es weiter wie gehabt: Die Grünen bilden zwar die zweitstärkste Fraktion (17,7 Prozent), haben daher das Recht, der legitime Koalitionspartner zu sein. Ministerpräsident Markus Söder empfindet dies aber offenbar als Zumutung und bevorzugt nach Gutsherrenart die Freien Wähler mit „nur“ 11,5 Prozent Stimmenanteil. „Die sind gefügiger als die Grünen, also nehmen wir die Freien Wähler als Koalitionspartner! Was interessiert uns der Wählerwille! Alle bayerischen Demokraten sollten sich zurückerinnern (Stoppt Strauß) und auf die Straßen gehen: „Stoppt die CSU“. Der gewaltige Stimmenverlust der CSU per Saldo von minus 25,2 Prozent (1974 zu 2018) beeindruckt diese Partei offensichtlich immer noch nicht!

Matthias Fuchs

Waldkraiburg