Wildunfälle reduzieren

von Redaktion

Zu: „Mehr Wildunfälle, höhere Schäden“ (von Marion Neumann):

Die bundesweite traurige Bilanz der Wildunfälle im Jahr 2017 weist 275000 Schadenereignisse mit 744 Millionen Sachschaden auf. Hinzu kommen arge Personenschäden; die Zahl der Todesopfer beträgt circa 30 pro Jahr.

Die Schadenstendenz steigt seit drei Jahren an. Die Häufigkeit von Wildunfällen in einem Jagrevier ist nicht allein abhängig von der Länge und Dichte des Straßennetzes (ohne Wildschutzzaun) und der Wald-Feldverteilung, sondern auch von der Anzahl der dort lebenden Rehe, Hirsche und Wildsauen. Es stünde dem Bayerischen Jagdverband (BJV) gut zu Gesicht, letztere endlich einzudämmen, anstatt auf so fragwürdige Mittel zu setzen wie den sogenannten Duftzaun und die blauen Strahler an den Straßenbegrenzungspfählen, an die sich das Wild relativ schnell gewöhnt. Wenn diese „Krücken“ wirkungsvoll wären, dann müssten die Wildschadensfälle sinken anstatt steigen. Nach meiner praktischen Erfahrung stellt die effektive Reduktion der örtlichen Wildbestände eine rasch und nachhaltig wirksame Maßnahme dar, um die Zahl der Wildunfälle deutlich zu senken. Den belegbaren Beweis dafür hat das Forstamt Wasserburg am Inn nach 1990 in den Staatsjagdrevieren Großhaager Forst, Edlinger Forst, Streitholz und Rotter Forst erbracht. Der gleiche positive Effekt hinsichtlich der Verkehrsopferzahlen bei Mensch und Wildtier lässt sich bei Gemeinschaftsjagdrevieren nachweisen, in denen der Wildbestand nachhaltig abgesenkt wurde. Es wird Zeit, dass der Bayerische Jagdverband seiner Mitverantwortung in Sachen Verkehrssicherheit gerecht wird.

Hans Soyer

Rosenheim

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