Zur Debatte um Plastikmüll (Berichte im Politikteil) und zum Bericht „Das Blumenmeer kommt gut an“ (München-Seite):
Keine Frage – es muss gehandelt werden, damit nicht noch mehr Plastikabfälle, die sich vor allem in Gewässern zu Mikroplastik zersetzen und von Fischen und Wasservögeln aufgenommen werden, unserem Planeten großen Schaden zufügen. Das Verbot der Herstellung von Plastik-Wattestäbchen, eine Gebühr für Plastiktüten und weiterer Ansätze zur Vermeidung von Kunststoffverarbeitung ist ein Schritt in die richtige Richtung aber ich habe noch nie gehört, dass jemand darüber nachgedacht hat, das Steigenlassen von Luftballons zu verbieten. Unkontrolliert landen eine Unmenge von diesen nach Hochzeiten, Kindergeburtstagen und anderen Feiern in Feldern, Wiesen und Gewässern. Die Hochrechnung wäre interessant, wie viele Tonnen weltweit dabei unsere Landschaft verunreinigen. Über eine Einschränkung oder ein Verbot kann man durchaus ebenfalls mal nachdenken.
Helga Schömmer
Prien
Gehen wir davon aus, dass die Kunststoffblumen dieser Kunstaktion Abnehmer finden, die sie mit nach Hause nehmen. Irgendwann ist man sie leid oder sie zerbröseln. Fertig ist eine neue Plastikbelastung. Man bedenke: 3000 Plastikfetzen! Ich bekam damals bei der Verhüllung des Reichstags schon einen Schock und habe mir überlegt, wohin mit dieser Folie nach der Aktion? Das Thema Mikroplastik ist sehr ernst zu nehmen. Warum werden nach wie vor Elasten etwa in Kleidung verwebt? Kein Mensch braucht ein T-Shirt mit Elasten, Polyester und Ähnlichem. Recyceln von Kleidungsstücken mit diesen verschiedenen Kunststoffbeimischungen – wie soll das funktionieren? Wollpullis mit Kunststoffanteil: beim Anziehen des Pullis entsteht Abriebstaub. Schütteln Sie mal einen Pullover in einem Sonnenstrahl aus, dann sehen Sie die Staubpartikel, die sich lösen und in der Luft herumfliegen. Wie viele davon sind Kunststoffteilchen, die man unbemerkt einatmet und die sich in der Lunge, den Bronchien ansammeln? Die ganzen Kleiderstoffe (Fleece) mit und aus Kunststoffen sind ja in der heutigen Zeit sehr präsent. Bei jedem Waschgang werden kleinste Faserteilchen vom Abrieb ins Abwasser abgegeben und können in dieser Mikroform nicht mehr geklärt werden. Dass diese Mikroplastikteilchen, zu uns genommen (auch eingeatmet), Entzündungen im Körper auslösen können, ist bekannt. Wann wird endlich Kunststoff in Kleidung verboten? Hatten wir früher nicht und wir überlebten trotzdem. Im Umkehrschluss sieht es bald anders aus, wenn nichts unternommen wird! Dagegen sind die Stiele von Wattestäbchen ein Tropfen auf den heißen Stein!
Margit Barbarino
Kolbermoor