Das größte Risiko

von Redaktion

Zum Bericht „Eine Frage des Risikos“ („Wirtschaft in der Region“):

Knapp 59 Prozent der Deutschen können sich nicht vorstellen, ein Unternehmen zu gründen. Noch schlimmer: 65 Prozent der Frauen lehnen dies ab. Wer‘s trotzdem wagt, bekommt die Quittung: Kaum ist die Gewerbeanmeldung abgelegt, rasen Finanzamt, Kammern und die Berufsgenossenschaft auf einen zu, obwohl noch kein einziges Werkstück gefertigt, geschweige denn verkauft ist. Die Rahmenbedingungen sind eben wirtschaftsfeindlich. Es drohen Gebühren und Steuervorauszahlungen – ein Abfluss an Liquidität für jeden Gründer. Und dann ist da auch noch ein zu geringer Grundfreibetrag in der Einkommenssteuer, kein Lineartarif von 25 Prozent (wie bei den Kapitalerträgen) und vor allem keine günstige Kleinunternehmerregelung in der Umsatzsteuer. Und letztlich der Sozialversicherungswahnsinn, den uns vor mehr als 100 Jahren ein törichter preußischer Militarist aufgezwungen hat. Die Mehrheit ergibt sich eben in die selbst verschuldete Unmündigkeit. Das ist für uns alle das größte Risiko.

Hans Pingel

Bad Aibling

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