Beweis schuldig geblieben

von Redaktion

Zu „Hut ab vor Maaßen“ (Leserbrief):

Herr Moser zieht seinen Hut vor Hans-Georg Maaßen, da dieser die Missstände beim Namen nenne und ein kritischer Mitarbeiter seines ehemaligen Dienstherren Seehofer gewesen sei. Nur zur Erinnerung: Herr Maaßen zweifelte per „Bild“-Zeitung die Echtheit des Videos aus Chemnitz an, das Jagdszenen auf Ausländer zeigt. Angeblich sprächen gute Gründe dafür, dass es sich bei dem Video um eine gezielte Falschinformation handle. Erstaunlicherweise kam Maaßen zu dieser Einschätzung ohne jegliche Überprüfung dieses Videos durch Fachleute. Das ist nicht kritisch, sondern abenteuerlich. Wenn Maaßen aufgrund Recherchen zu diesem Ergebnis gekommen wäre, wäre sein Einwand nachvollziehbar, allerdings wäre es seine Aufgabe als Präsident des Verfassungsschutzes gewesen, diese Erkenntnisse seinem Dienstherren zugänglich zu machen und sich nicht vorher an die Boulevardpresse zu wenden. Im übrigen hat Herr Maaßen bis heute nicht einen guten Grund für die Unechtheit des Videos vorgelegt, Herr Maaßen behauptete auch in seiner Abschiedsrede, es habe – auch nach Erkenntnissen der lokalen Polizei – keine Jagdszenen in Chemnitz gegeben. Im Chemnitzer Polizeibericht allerdings ist von Vermummten die Rede, die mit Steinen bewaffnet Ausländer suchten und ein jüdisches Restaurant überfielen. Zudem hat Maaßen selbst im Innenausschuss geäußert, es habe völlig inakzeptable Übergriffe auf ausländische Menschen in Chemnitz gegeben. Hut ab vor solch stringenter Argumentation! Kein Wunder, dass gerade die AfD Herrn Maaßen in höchsten Tönen lobt. Vielleicht könnte er dort seine Fähigkeiten als Schatzmeister einbringen, bei den Finanzen liegt bei der AfD ja doch einiges im Argen.

Bernward Schmidt

Prutting

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